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Veranstaltung

Imageverlust kann sich die Bauernschaft nicht leisten

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Sandra Kalb Portrait 2019
Sandra Kalb
am Dienstag, 03.03.2020 - 11:46

Als irritierend bezeichnete die Bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber den Umstand, dass beim Starnberger BBV-Kreisbauerntag keine demonstrierenden Bauern auftraten. Stattdessen wurde der große Tag festlich begangen und vom Landfrauenchor des Landkreises begleitet.

Gilching/Lks. Starnberg - Kaniber bezeichnete den Bauernverband als keinen einfachen Gesprächspartner – aber das solle er auch nicht sein. Verständnis zeigte sie dafür, dass die „Geschwindigkeit von zu vielen und zu harten Auflagen“ die Bauern umtreibe. Diese liefen Gefahr, sich zu radikalisieren, wovor die Ministerin eindringlich warnte: „Das ist ein Imageverlust, den man sich nicht leisten kann.“

In Bezug auf das Volksbegehren Artenvielfalt wandte sie sich den Kommunalpolitikern zu und forderte auf, in Kinderbetreuungseinrichtungen und Krankenhäusern auf ökologisch erzeugte Lebensmittel umzustellen – um die geplanten Bioquoten erfüllen zu können. Der Gilchinger Bürgermeister Manfred Walter (SPD) betonte, man brauche die Landwirte als Partner, etwa beim Thema Erneuerbare Energien.
BBV-Kreisobmann Georg Zankl sprach dem scheidenden Landrat Karl Roth seinen Dank aus, dass er die Nutzung von Nachtzielgeräten für die Schwarzwildjagd ermöglicht habe. Roth glaubt, dass der Landkreis für die Afrikanische Schweinepest gerüstet ist, die Jagd habe getan was ging. Mehrere Landwirte hätten an der FFH-Richtlinie zu beißen, die ihre Betriebe an der Erweiterung hinderten.
Matthias Springer und Maximilian Friedinger aus Wangen wurden als neue Landwirtschaftsmeister geehrt. Obgleich Kaniber den Berufsnachwuchs aufforderte, die Zukunft mitzugestalten und zu diskutieren, hatte sie an diesem Tag keine Zeit dafür: Nach ihrer Rede ging es sogleich weiter zum nächsten Auftritt.