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Veranstaltung

Hopfen: Menge und Qualität stimmen

Gruppenfoto
Helga Gebendorfer
am Freitag, 28.08.2020 - 06:10

IGN lädt zur Hopfeninformationsveranstaltung bei Leonhard Berger ein.

Familie Berger

Die Interessensgemeinschaft Niederlauterbach (IGN) erwartet heuer in der Hallertau auf einer Fläche von 17 233 ha eine Hopfenernte in Höhe von 42 600 t. Das verkündete IGN-Geschäftsführer Mario Scholz bei der diesjährigen Hopfeninformationsveranstaltung, die heuer statt dem traditionellen IGN-Hopfentag in kleinerem Rahmen auf dem Betrieb von Leonhard Berger in Aiglsbach stattfand. Auf dem Programm standen ein praxisnaher Einblick in das laufende Hopfenjahr, die allgemeine Welthopfensituation sowie eine Einschätzung zur Hopfenernte 2020.

Der Aiglsbacher Bürgermeister Berger bewirtschaftet mit seiner Familie 50 ha Hopfen – 28 ha Bitter, sowie je gut 10 ha Aroma- und Flavourhopfen. Er appellierte an Pflanzer, Vermarkter, Brauereien, Hopfenwirtschaft und Politik, an einem gemeinsamen Strang zu ziehen „Um auch künftig fit zu bleiben sodass die Pflanzerfamilien ausreichend Einkommen erzielen“, verdeutlichte der Hopfenbauer.

Kindsmüller

Georg Kindsmüller vom Hopfenring berichtete rückblickend über die Entwicklung in diesem Hopfenjahr. „Wir konnten uns über ein optimales Wachstumswetter freuen, was in vielen Hopfenbeständen derzeit auch zu sehen ist“, sagte er zufrieden. Herausfordernd waren für die Hopfenpflanzer Peronospora und Mehltau sowie Blattlaus und Spinnmilbe, doch laut Kindsmüller stehen die meisten bestände dank Behandlungen gut da.

Auf die Sorgen und Nöte im Hopfenanbau machte 2. IGN-Vorsitzender Michael Eisenmann aufmerksam. Demnach beschäftigen die Hopfenbetriebe vor allem Themen wie fehlende Arbeitskräfte, angespannte Pflanzenschutzsituation und der fortschreitende Klimawandel. Umso mehr begrüßte er die positive Ernteschätzung der IGN. „Wir werden eine gute Ernte bekommen – sowohl hinsichtlich Menge als auch Qualität“, so Eisenmanns Erwartung. Es wird mehr Alphasäure und Hopfenmenge als im Vorjahr geben und alle Sorten werden ausreichend verfügbar sein. Eisenmann begrüßte in diesem Zusammenhang zudem die hohe Vorvertragsquote für die nächsten Jahre. „Freilich wird es keine Freihopfenpreise wie in den vergangenen Jahren geben. Doch das ist kein Grund, den Markt schwarz zu malen.“, empfahl er seinen Kollegen, ruhig zu bleiben. Genauere Marktprognosen sind derzeit aus seiner Sicht nur schwer möglich.

Moderater Zuwachs in Deutschland

Zum Abschluss blickte Adolf Schapfl, Präsident vom Verband Deutscher und Hallertauer Hopfenpflanzer, auf die Welthopfensituation So ist die weltweite Hopfenflächen gegenüber dem Vorjahr um 1500 ha angestiegen. In Deutschland fiel der Zuwachs mit 283 ha moderat aus. Auf der Welthopfenfläche von 63 000 ha wird 2020 eine Ernte von 132 000 t Hopfen erwartet – davon 48 800 t in Deutschland. „Das ist gewaltig. Neben Menge passen auch Qualität und Alphagehalt“, lautete sein Fazit. Im Hinblick auf den niedrigeren Bierausstoß forderte er seine Kollegen auf, nicht nervös zu werden sondern optimistisch zu bleiben. Nach dem offiziellen Teil hatten die Versammelten ausreichend Gelegenheit, einen Rundgang durch die Hopfenbestände zu unternehmen und einen Ausblick über die Hopfenkanzel zu genießen.