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Brennholz

Holz wird gebraucht

Holz aus dem Wald hat Potenzial: Davon sind der FBG-Vorsitzende Johann Stadler (l.) und Referent Sebastian Henghuber überzeugt.
Helga Gebendorfer
am Freitag, 28.10.2022 - 06:18

Die unklare Zukunft der Holzenergie war Thema der Jahreshauptversammlung FBG Eichstätt.

Im gut gefüllten Saal machten sich die Waldbauern für ihren nachwachsenden Rohstoff stark: (v.r) Vorsitzender Johann Stadler, Referent Sebastian Henghuber sowie (v.l.) Elke Harrer und Jürgen Schmidt, FBG, und Landrat Alexander Anetsberger.

Schernfeld/Lks. Eichstätt Auch die Waldbesitzer treibt die Energiekrise um. Sie fragen sich: Ist Holzenergie in Zukunft noch gefragt? Dieses zentrale Thema stand bei der Jahreshauptversammlung der Forstbetriebsgemeinschaft Eichstätt auf der Tagesordnung.

Aktuell helfen die Verwerfungen auf den Energiemärkten den Waldbauern sogar, sagte der FBG-Vorsitzende Johann Stadler. Immerhin stützten sie die Rundholzpreise durch eine Art Renaissance des Brennholzmarktes. Gleichzeitig kritisierte Stadler jedoch die geforderte Extra-Zertifizierung von Gipfelholz für die Befeuerung im Heizkraftwerk.

Keine Energiewende ohne Holz

„Ohne Holzenergie keine Wärmewende“, war Referent Sebastian Henghuber, Geschäftsführer der MW Biomasse AG Irschenberg, überzeugt. Der nachwachsende Rohstoff biete große Potenziale im Bereich Prozesswärme und als Nah- und Fernwärme in Gebäudesektor. „Holz ist ein günstiger Rohstoff, schafft Wertschöpfung und Arbeitsplätze in der Region und reduziert CO2-Emmissionen“, sagte er. Die Zuhörer forderte Henghuber auf, die Bevölkerung über die Waldbewirtschaftung aufzuklären.

Dass Holz nicht an Bedeutung verlieren, sondern noch wichtiger wird, war auch die Meinung der Waldbauern im Publikum, etwa von Gabi Hackner aus Böhmfeld. Auf Wochenblatt-Nachfrage sagte sie jedoch, sie wünsche sich eine höhere Entlohnung der in ihrem 20 ha großen Wald geleisteten Arbeit. Waldbauer Konrad Herzner aus Eberswang (30 ha Wald) sieht auch die Motivation in den Wald zu investieren an den Holzerlös gekoppelt.

Franz Mayer aus Böhmfeld versorgt mit seiner Hackschnitzelheizung fünf Wohnhäuser und spart 17 000 l Heizöl im Jahr. Das Holz aus seinem 6,5 ha großen Wald geht an die FBG und als Brennholz an Privatkunden. Mayer sorgt sich vor allem um die Nachfrage nach Bauholz im privaten Hausbau. Er wünscht sich, dass im öffentlichen Bau stärker auf Holz gesetzt wird und die Branche sich dafür einsetzt.

Waldbauern nicht hoch genug zu schätzen

Dank und Anerkennung brachten Landrat Alexander Anetsberger und die Landtagsabgeordnete Tanja Schorer-Dremel den Waldbauern mit. „Die Bedeutung des Waldes und die Arbeit der Waldbauern sind nicht hoch genug einzuschätzen“, sagten sie. Ohne Holz käme die Bevölkerung momentan nicht über die Runden. Der FBG komme dabei eine wichtige Rolle zu.

Laut Forstwirtschaftsmeister Jürgen Schmidt zählt die FBG 2367 Mitglieder mit 17 455 ha Wald. 81 900 Holzeinheiten zu 5,4 Mio. € wurden 2021 vermarktet: 41 000 Fichte Langholz und Fixlängen, 1500 Kiefer, 1450 Buche Stammholz, 2800 Buche IL, 3200 Papierholz/Stecken und 2510 Spanholz/Fichte-Brennholz.

Die FBG betreute 150 Waldpflegeverträge und vermittelte über 118 000 Forstpflanzen (60 % Laub- und 40 % Nadelholz), 20 000 m Zaun und 17 600 Einzelschutzhüllen an ihre Mitglieder. Sie nahm 68 000 € Auslagerungsförderung in Anspruch und zählt damit zu den Spitzenreitern in Bayern.