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Hilfsbereitschaft

Heu- und Siloballen helfen nach Starkregen-Katastrophe

Futterspende
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Redaktion Wochenblatt
am Freitag, 20.08.2021 - 12:05

Auch Bauernhöfe im Berchtesgadener Land waren von der Starkregen-Katastrophe betroffen. Doch viele Landwirte helfen mit Spenden.

Piding - Von der Hochwasserkatastrophe im Juli sind auch Bauernhöfe der Molkerei Berchtesgadener Land betroffen. Insbesondere wurden Futterlagerstätten, aber auch Futterflächen von Geröll überdeckt oder sind Murenabgängen und Hochwasser zum Opfer gefallen. Die Molkerei Berchtesgadener Land Chiemgau rief schnell eine Futterspenden-Aktion ins Leben.

Über die Milchwagenfahrer und die sozialen Medien ging ein Aufruf für Futterspenden an die Landwirte der Genossenschaft. Die Solidarität und Hilfsbereitschaft innerhalb der Genossenschaft  war und ist überwältigend. Und so konnte am Montag die erste Fuhre von einem Bio-Landwirt der Molkerei aus Ainring zum Genossenschaftskollegen in Schönau am Königssee organisiert werden.

Den Betroffenen direkt geholfen

Einen Tag nach dem Aufruf waren schon 377 Grassiloballen und knapp 100 Heuballen als Spende gemeldet. Mittlerweile sind es 1325 Grassiloballen und 800 Heuballen. Davon sind 240 Heuballen und 545 Grassiloballen in Bio-Qualität. Mit dieser riesigen Hilfsbereitschaft kann den Betroffenen direkt geholfen werden. Und das passiert nun nach und nach, denn zum einen zeigt sich das ganze Ausmaß der Hochwasserkatastrophe erst nach einer gewissen Zeit und schließlich müssen die betroffenen Landwirte die gespendeten Futterballen auch lagern können.

Transport von Futterspenden

Zuletzt konnten 20 Ballen bei Hermann Fuchs in Ainring abgeholt werden. Für den Demeter-Landwirt mit 20 Kühen stand es außerfrage zu helfen. „Ich habe gleich bei einem Kollegen in Berchtesgaden angerufen, ob er Hilfe braucht. Er war aber zum Glück nicht betroffen und dann kam schon der Spendenaufruf von der Molkerei, da hab‘ ich mich dann sofort gemeldet.“ Lohnunternehmer Christian Schmuck hat – wie über die Molkerei organisiert - in der Früh die Futterspenden abgeholt und zum Bio-Hof von Johann Grassl in der Schönau am Königssee gebracht.

Auch bei den Grassls zeigte sich das Ausmaß nach und nach. So sieht die Weide für die elf Milchkühe drei Wochen nach dem Hochwasser auf den ersten Blick wieder ganz intakt aus. „Die Kühe fressen das Gras nicht. Wenn ich sie auf die Wiesen lass‘, die es überschwemmt hat, dann fangen sie nach zehn Minuten zum Schreien an“, schildert der Naturland-Bauer.

Weiteren Liefertermin vereinbart

Leicht sei es ihm nicht gefallen, nach den Spenden zu fragen. „Aber unser Futter reicht einfach nicht.“ Und die 20 Siloballen werden nicht die einzige Lieferung bleiben. Noch vor Ort haben Matthias Mayer, Landwirtebetreuer der Molkerei Berchtesgadener Land, Lohnunternehmer Christian Schmuck und Landwirt Johann Grassl einen weiteren Liefertermin für Heu- und Siloballen vereinbart. „Wir stehen in ständigem Austausch mit den Landwirten und organisieren je nach Bedarf kurzfristig die weiteren Lieferungen“, erklärt Matthias Mayer und schildert, dass in den ersten Tagen nach dem Spendenaufruf, die Telefone in der Molkerei gar nicht mehr stillgestanden hätten. „Die Hilfsbereitschaft war überwältigend. Der Zusammenhalt in der Genossenschaft ist einfach super.“  

Und das ist gut so, heißt es von der Molkerei, denn mit einer einmaligen Spendenlieferung werde keinem der betroffenen Bauern geholfen sein. Erst in den nächsten Wochen stelle sich heraus, ob das Futter für die Winterfütterung ausreicht und wann die Flächen wieder zum Futter für die Tiere genutzt werden können.

Ein Artikel auf Grundlage einer Mitteilung der Milchwerke Berchtesgadener Land Chiemgau eG.

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