Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Kritik an Wohlleben

Heizen mit Holz – besser als der Ruf

Holz als Energiestoff rehabilitieren: Thomas Grebenstein bricht eine Lanze für Hackschnitzel- und Pelletsnutzung. Dafür zog er in Achrain sogar die chemische Formel für die Entstehung von Holz heran.
Alfred Schubert
am Montag, 28.11.2022 - 15:11

Weil er sich über einen Fernsehbeitrag ärgerte, hat der Waldbesitzer Thomas Grebenstein zu einer Infoveranstaltung eingeladen.

Achrain/ Lks. Garmisch-Partenkirchen Thomas Grebenstein von der WBV Ammer-Loisach hat sich über einen ARD-Fernsehbeitrag im August so geärgert, dass der Waldbesitzer und Holznutzer vor Kurzem zu einer Infoveranstaltung aufs Gelände der Hackschnitzel-Trocknungsanlage Achrain eingeladen hat. Drei Dutzend Gäste waren gekommen, um sich bei ihm über Energieholz zu informieren. In der Fernsehsendung hatte der Moderator den Förster Peter Wohlleben als „Deutschlands bekanntesten Förster“ bezeichnet. „Deutschlands bekanntester Märchenerzähler“ sei eher angebracht, so Grebenstein, denn vieles von dem, was Wohlleben in der Sendung gesagt hatte, sei schlicht und einfach falsch. Etwa, dass das Heizen mit Pellets schlechter fürs Klima sei als mit Öl. Die Wälder würden dadurch vernichtet. Beim Verbrennen von Holzpellets würde außerdem CO2 produziert, was den Klimawandel verstärkt.

Falsch, sagt Grebenstein. Kein Wald werde abgeholzt, um daraus Pellets zu erzeugen. Gesetzlichen Vorgaben zur Nachhaltigkeit entsprechend werde höchstens so viel Holz entnommen wie nachwächst. Außerdem würden Bäume geerntet, um daraus Bauholz zu machen, das CO2 eingelagert. Pellets würden nur aus den Sägeabfällen hergestellt, die ohnehin anfallen. So wie man Hackschnitzel nur aus den Teilen des Baums macht, die anders nicht verwendbar sind.

Holz schlechter als Öl? Nicht nachvollziehbar

Bauen mit Holz wiederum sei besonders umweltfreundlich, da Holz die energieintensiven Baustoffe Beton, Stahl und Ziegel ersetzt. Holzhäuser zu bauen und mit Holzfaserdämmstoffen zu isolieren, das sei ein Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz, so Grebenstein. Überhaupt nicht nachvollziehen findet er, warum das Heizen mit Holz schlechter sein soll als das Heizen mit Öl. Während die nachwachsenden Bäume im Wald nur Jahrzehnte brauchten, um CO2 zu binden, würde es beim Öl Jahrmillionen dauern.

Laut Revierförster Robert Herz ist bei der nachhaltigen Holznutzung sogar noch Luft nach oben. Denn es werde derzeit aus dem Wald sogar weniger Holz entnommen, als nachwächst. Auch die Hackschnitzel-Trocknungsanlage in Achrain arbeitet nachhaltig, mit Sonnenenergie. In Luftkollektoren wird von der Sonne Luft erwärmt, die von unten durch einen Rost in die feuchten Hackschnitzel geblasen wird. Die Ventilatoren laufen mit Solarstrom der Dach-PV-Anlage. So können pro Jahr etwa 3000 m³ Kubikmeter Hackschnitzel getrocknet werden, wodurch ihr Heizwert von etwa 600 auf 800 kWh steigt. Die Trocknungsanlage bezieht die Hackschnitzel aus 20 km Umkreis und beliefert Heizungen im Raum Murnau, auch große Anlagen der Kommune.