Grünlanddüngung

Gülle - breit verteilen oder Schleppschuh?

Gülle Düngen
Bettina Hanfstingl
am Montag, 30.09.2019 - 12:41

Im Jahr 2025 ist es auch für Grünlandbetriebe soweit: Die Gülle muss ab diesem Zeitpunkt mit bodennaher Technik ausgebracht werden.

Innerhalb der Branche sind noch viele Fragen offen: Funktioniert die bodennahe Technik bei unterschiedlichen geologischen Gegebenheiten? Wie verändern sich Grasnarbe und Futterqualität? Wie wirtschaftlich ist welches Verfahren? 

Michael Höhensteiger und Dominik Ellmayr vom Maschinenring Aibling-Miesbach-München e. V. wollten Antworten darauf geben und starteten heuer im Frühjahr auf drei unterschiedlichen Höfen im Landkreis Rosenheim einen Praxisversuch mit dem Titel „Welche Technik passt zukünftig zu meinem Betrieb?“ Unterstützung kam dabei vom AELF Rosenheim, der LfL, dem MR Rosenheim sowie von den Lohnunternehmern Kastl, Kötterl und Pertl.

Gülle wurde auf jedem Betrieb auf drei Grünland-Parzellen mit einem Möscha-Breitverteiler, einem Schleppschuhfass und einem Schlitzgerät parallel ausgebracht. Das Versuchsteam begutachtete vor dem nächsten Schnitt die Grasnarbe und beurteilte beim Silieren die Futterverschmutzung. Die Ergebnisse wurden nun vor Ort vorgestellt.

Der erste Versuchspartner, der Milchviehbetrieb Gruber in Oberstaudhausen bei Götting, lässt seinen Wirtschaftsdünger bereits seit einigen Jahren meist mit einem Schlitzgerät ausbringen. Die Gülle ist außergewöhnlich dickflüssig, die Grasnarbe sehr dicht. Das erschwerte im Praxisversuch die Ausbringung mit Schleppschuh und Breitverteiler. Auf den Flächen des Betriebs wurde seit 30 Jahren keine Nachsaat durchgeführt, eventuell resultiert der geschlossene Gräserbestand aus Bestockungseffekten durch die Schlitzgeräte. Gruber ist deshalb überzeugt von dieser Technik.

Milchviehhaltung und Biogas gibt es am Versuchsbetrieb Herzog in Freiham bei Eiselfing. Dort fällt baulich bedingt die Gülle mit unterschiedlichen TS-Gehalten und Temperaturen an. Hier zeigten sich die Vorteile einer Kombination der verschiedenen bodennahen Techniken: die hofnahen Flächen können mit sehr dünnflüssiger Gülle und Schleppschuh am effektivsten gedüngt werden, die hoffernen dagegen mit dem Schlitzgerät und der dickeren Gülle. Bringt man warme Gülle mit dem Schlitzgerät direkt in die Erde aus, kann man außerdem Schäden an den Pflanzen vermeiden.Am Testbetrieb Griebl am Samerberg mit Jahresniederschlagsmengen von rund 1500 mm und hängigen Flächen war das hohe Gewicht der großen Fässer mit den bodennahen Techniken ein Nachteil, es gab Narbenschäden. Laut Griebl ist das Zeitfenster zum Befahren seiner Flächen meist kurz. Er schwört deshalb auf sein eigenes kleines Güllefass mit Breitverteiler, denn es sei wichtig, kurzfristig einsatzfähig zu sein.