Wasserbilanz

Das Grundwasser im Blick haben

Grundwasser
Markus Bauer
am Montag, 09.12.2019 - 08:42

Das Herbstforum der „Aktion Grundwasserschutz – Trinkwasser für die Oberpfalz“ findet im Landkreis Schwandorf statt.

Schwarzenfeld/Lks. Schwandorf - Mit der Wasserversorgung und landwirtschaftlichen Bewässerung in Zeiten des Klimawandels beschäftigte sich das dritte Herbstforum der „Aktion Grundwasserschutz – Trinkwasser für die Oberpfalz“ im Restaurant Miesberg. Gut 100 Teilnehmer aus der Kommunalpolitik, Wasserwirtschaft, Wasserversorgung und Landwirtschaft nahmen daran teil.

Defizitäre Wasserbilanz

Unter dem Titel „Klimawandel in Bayern. Auswirkungen auf das Grundwasser“ ging Dr. Benjamin Kopp vom Landesamt für Umwelt auf die Grundwassernutzung (94 % für Trinkwasser) und die Grundwasserneubildung ein. Höhere Temperaturen, Trockenheit, Abnahme der Winterniederschläge und mangelnder Regen hätten auch in der Oberpfalz zu einem Defizit beim Grundwasser geführt. Zugenommen haben auch die Tage, an denen in der Landwirtschaft bewässert werden muss. Oft seien „erhebliche Einbußen der Ernteerträge“ die Folge, da sich die Bodenspeicher in einem kritischen Zustand befinden.

Seine Sicht der Dinge erläuterte auch Dr. Stefan Kremb, bei der Regierung der Oberpfalz für die Gruppe Landwirtschaft und Forsten – Hochwasserschutz zuständig. Seit 2014 seien Defizite bei der Wasserbilanz deutlich festzustellen, was sich auch auf die Erträge bewässerungsintensiver Früchte auswirke. Ziel müsse eine „boden-, wasser- und klimaschonende Landwirtschaft sein, die Spaß macht und sich rechnet.“

Die Sicht von Firmen, die Kartoffeln verarbeiten, schilderten Dr. Stefan Dick (Südstärke) und Dr. Michael Holtschulze (Lorzen Snack-World). Der Rückgang des Stärkegehalts und schwierige bzw. minderwertige Ernten sprachen die beiden Firmenvertreter an, ebenso eine Zunahme an Schädlingen. Für wirtschaftlichen Kartoffelanbau seien Bewässerung bzw. Beregnung dringend nötig.

Markus Bauer

Wir haben der Landwirtschaft viel zu verdanken

„Der Klimawandel ist auch in der Oberpfalz angekommen“, stellte Regierungspräsident Axel Bartelt anhand des Beispiels Ammerbach (bei Amberg) fest. Dieser Bach war einige Monate ausgetrocknet. Mit Blick auf die Landwirtschaft meinte er: „Wir werden es nur miteinander schaffen, wir müssen uns alle engagieren. Es darf kein Gegeneinander geben. Mit Argwohn sehe ich, dass die Landwirtschaft dorthin gestellt wird, wo sie nicht hingehört. Wir haben der Landwirtschaft viel zu verdanken“. Er ging auf die klimatischen Entwicklungen und deren Folgen ein und schloss daraus auf einen Rückgang des Grundwassers. Daher appellierte er zu einem „sorgsamen Umgang mit diesem Schatz“. Bewusst ist Bartelt der Wasserbedarf in der Landwirtschaft, da Bewässerung notwendiger wird. „Aber auch im privaten und kommunalen Verhalten muss viel getan werden, jeder hat seinen Anteil zu leisten“, stellte der Regierungspräsident fest.