Solidarität

Große Hilfsbereitschaft nach Hochwasserkatastrophe

Strohballen
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Redaktion Wochenblatt
am Dienstag, 27.07.2021 - 10:06

Einige bäuerliche Familienbetriebe der Molkerei Berchtesgadener Land sind nach dem Starkregen betroffen. Die Molkerei reagierte schnell.

Piding - Es sind gute Nachrichten in einer schwierigen Situation: Mehrere bäuerliche Familienbetriebe der Molkerei Berchtesgadener Land waren vom jüngsten Hochwasser betroffen - und erhalten nun schnelle Hilfen. Wie die Milchwerke Berchtesgadener Land Chiemgau dem Wochenblatt mitteilten, seien insbesondere Futterlagerstätten, aber auch Futterflächen von Geröll überdeckt oder Murenabgängen zum Opfer gefallen. Wie es von den Milchwerken heißt, hätten sich erste betroffene Landwirte gleich nach dem Unwetter letzte Woche bei der Molkereigenossenschaft gemeldet. Die Molkerei habe daraufhin schnell und unbürokratisch reagiert.

So wurde sofort über die Sammeltankwagenfahrer und die sozialen Medien ein Aufruf für Futterspenden an die Landwirte der Genossenschaft im Berchtesgadener Land und im benachbarten Landkreis Traustein verteilt. Die Solidarität und Hilfsbereitschaft innerhalb der Genossenschaft sei überwältigend, sagte eine Sprecherin der Milchwerke Berchtesgadener Land Chiemgau. Einen Tag später seien schon 377 Grasballen und knapp 100 Heuballen als Spende gemeldet worden. Inzwischen sind es schon 1300 Gras- und fast 800 Heuballen. Mit dieser riesigen Hilfsbereitschaft könne allen Betroffenen mit genug Futter geholfen werden.

Transporte werden geplant

Jetzt gelte es, die Futterspenden zu den Landwirten in Berchtesgaden, Bischofswiesen und Marktschellenberg zu bringen. Das organisiert die Molkerei in enger Abstimmung mit dem Maschinenring Laufen. Wie die Milchwerke dem Wochenblatt auf Anfrage sagten, seien die Transporte für Anfang August geplant. Dann seien auch die Lagerstätten und Straßen vor Ort freigeräumt. 

Johann Angerer von der Kiliansmühle in Berchtesgaden ist einer der Betroffenen. Er war von dem Anruf der Molkerei im ersten Moment total überrascht, dann aber erleichtert, denn damit ist die Sorge um ausreichend Futter für die kommende Zeit weg. So könne er sich jetzt voll auf die Aufräumarbeiten auf den durch Geröll und Schlamm verwüsteten Wiesen und Flächen konzentrieren. Auch von der spontanen Hilfsbereitschaft war Angerer überwältigt. Nachdem er ein paar Bilder auf Facebook gepostet hatte, seien Privatpersonen gekommen – lauter Unbekannte – und alle haben mitangepackt. Und nachdem der Katastrophenschutz aufgehoben worden war, seien die Bundeswehrsoldaten privat wiedergekommen und haben weiter gearbeitet. "Eine unvorstellbare Welle an Hilfsbereitschaft durften wir erleben, sagte der Landwirt. Er bleibt trotz allem positiv und blickt nach vorne: „Wir können alles wieder sauber machen, aufräumen. Am Ende des Tages können wir in eine trockene Stube gehen, uns waschen und ausrasten. Da hat es andere mit dem ganzen Hab und Gut viel schwerer getroffen.“

Die Unwetter machten der Landwirtschaft zu schaffen. Bayerns Bauernpräsident Walter Heidl machte sich ein Bild von den Schäden. Hier sehen Sie das Video:

Starkregen und Hochwasser richteten in Teilen Bayerns hohe Schäden an. Auch Muren setzten den Landwirten zu. Doch noch ist die Bereitschaft für Elementarversicherungen bei den Landwirten niedrig. Hier lesen Sie mehr zum Thema. Bayerns Staatsregierung hat derweil schnelle Soforthilfen für die Geschädigten der Starkregen und Überflutungen angekündigt. Betroffene Landwirte müssen sich aber noch gedulden. Das Landwirtschaftsministerium erarbeitet derzeit das Hilfsprogramm. Wie das Ministerium auf Nachfrage des Wochenblatts mitteilt, können die Hilfen für Landwirte erst nach Fertigstellung des Hilfsprogramms auf der Grundlage vorliegender und geprüfter Anträge ausgezahlt werden.

Dieser Artikel entstand auf Grundlage einer Mitteilung und von Informationen der Milchwerke Berchtesgadener Land Chiemgau eG mit Material von Philipp Seitz.