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Precision Farming

Mit GPS durchs Feld

Mit Technologie hoch hinaus: Junglandwirt Florian Maier kann seinen Fendt 722 Vario mit einem Joystick via GPS übers Feld steuern.
Ludwig Holly
am Donnerstag, 13.10.2022 - 10:12

Auf ihrem Betrieb setzen Anton und Florian Maier auf digitale Technologien im Ackerbau und im Stall.

Niederding/Lks. Erding GPS-gesteuerte Landmaschinen, Saat-, Dünge- und auch Pflanzenschutzarbeiten mit hochgenauer Sensortechnik sind längst schon auf vielen Bauernhöfen angekommen. Damit sich auch die Journalisten der Publikumspresse ein Bild machen können, wie sehr Digitalisierung in der Landwirtschaft bereits verbreitet ist, hat das AELF Ebersberg-Erding einige auf den Hof von Anton Maier nach Niederding im Landkreis Erding eingeladen.

Bereits in der 6. Generation wird der Familienbetrieb mit 100 ha landwirtschaftlich genutzter Fläche und 50 Milchkühen plus Nachzucht und Laufstall geführt. Auch der Sohn Florian ist bereits eingebunden. „Die Besonderheit unseres Betriebes ist, dass wir einen umfangreichen Einsatz von digitalen Technologien haben“, erklärte er.

Mit Technik die Tiere immer im Blick behalten

Der 24-Jährige hat eine Landmaschinenmechaniker-Ausbildung absolviert und über das Bildungsprogramm Landwirt (BiLa) seine Ausbildung zum Landwirt gemacht. „Mir ist es wichtig, dass es den Tieren gut geht“, sagte der Junglandwirt. Die Technik hilft dabei. So hat jede Kuh ein Halsband, das mit einem Rechner verbunden ist. Das automatische Melksystem im Stall wiederum ist mit Aktivitätssensoren ausgestattet, die Daten über die Tiergesundheit liefern, zum Beispiel die Anzahl der Kaubewegungen oder die Körpertemperatur der Tiere. Kaut die Kuh zu wenig, könne das auf eine zu geringe Futteraufnahme hinweisen, so Maier. Ist die Temperatur zu hoch, weil beispielsweise eine Kuh Fieber hat, schlagen die Sensoren Alarm.

Auf den Feldern setzt der Ackerbaubetrieb auf eine große Palette unterschiedlicher Kulturen: Weizen, Gerste, Mais, Sojabohnen, Erbsen, Hafer, Triticale und Raps. Auch bei der Bearbeitung der Felder kommen moderne Technologien zum Einsatz, wie Regelspurverfahren mit automatischem Lenksystem. Eine teilflächenspezifische GPS-gesteuerte Aussaat und Düngung ermöglicht auch eine kleinräumige Bewirtschaftung. Zur Unkrautregulierung wird eine kameragesteuerte Hacktechnik eingesetzt, die autonom übers Feld fährt und Nutzpflanzen erkennt.

Weniger Arbeitsbelastung, physisch und psychisch

„Das alles kostet natürlich Geld, aber der Landwirt hat dadurch eine höhere Produktivität und kann Produktionskosten senken und Arbeitszeit einsparen“, erklärte Josef Schächtl vom AELF Ebersberg-Erding. Auch die Umwelt werde entlastet, das Tierwohl gesteigert und die Arbeitsbelastung für die Landwirte sowohl physisch als auch psychisch vermindert.

Das sieht Landwirt Florian Maier genauso. „Wir sparen bei der Saat und der Düngerausbringung Mittel, wir erhöhen die Genauigkeit und können die Kosten senken“, bilanziert er. Allerdings müssen die Geräte zur Kostensenkung auf möglichst großer Fläche überbetrieblich eingesetzt werden. Maier arbeitet daher mit rund zehn benachbarten Betrieben zusammen, für die er den gesamten Mähdrusch und das Strohpressen übernimmt.