Dialog am Hof

Generations- statt Kampagnendenken

Hofgespräch
Katholische Landvolkbewegung
am Freitag, 03.01.2020 - 09:10

KLB setzt sich am Familienbetrieb Göschl im Kreis Erding mit Klimawandel und Themen des Zeitgeistes auseinander.

Erdweg/Schönbrunn - Eine vom Bundesumweltamt geförderte und vom Bildungswerk der Katholischen Landvolkbewegung (KLB) durchgeführte Dialogveranstaltung zum Thema Landwirtschaft und Klimawandel führte auf dem Bauernhof der Familie Göschl über 50 Landwirte, Aktive in der Umweltbildung, KLB Mitglieder und weitere Interessierte zusammen.

Impulsgeberin für den Tag war Frau Dr. Annette Freibauer, die Leiterin des Instituts für Ökologischen Landbau, Bodenkultur und Ressourcenschutz aus Freising.

Laut Freibauer müsse sich die Landwirtschaft auf Extremwetterereignisse vorbereiten. Die Landwirte, die sich auf den Klimawandel vorbereiteten, hätten in jedem Fall einen Mehraufwand. Hitzerekorde, Gefahr von Frostschäden im Frühling oder erhöhte Niederschlagsaktivitäten seien nur einige Erwartungen des Klimawandels. Die Heftigkeit der Niederschläge würde sich in Bayern bis 2050 verdoppeln. Erosions- oder Flächenschutz in Feld und Flur seien notwendig, um die Feuchtigkeit im Boden zu halten.

KLJB Bayern will Ökolandwirtschaft ausbauen

Bevor es in die Diskussion mit den Zuhörern ging, stellte Franz Wieser, Referent für Agrar-, Verbraucherschutz- und Ökologiefragen der Katholischen Landjugendbewegung, KLJB Bayern, Positionen zur Landwirtschaft und zum Klimawandel aus Sicht der Landjugend dar. Die KLJB Bayern spreche sich unter anderem dafür aus, die ökologische Landwirtschaft auszubauen oder ein Netzwerk von Gewässerrandstreifen in ganz Bayern umzusetzen, sowie eine gesetzliche Begrenzung auf 5ha/Jahr beim Flächenverbrauch.

Die Landwirtin und Berufsschullehrerin Christine Schöberl aus Gars am Inn brachte Eindrücke und Positionen aus Sicht einer Bäuerin in die Diskussion ein, wie z. B. die Lebensart von Bäuerinnen und ihren Familien, das eigene Angebot nachhaltig zu nutzen, sei es einen Gemüse- oder Obstgarten zu bewirtschaften.

Landwirt Franz Göschl grenzte sich von Nichtregierungsorganisationen ab, denn der Landwirt denke in Generationen, die NGO’s hätten Kampagnen. Weniger Ideologie sondern mehr Fakten sollten Verbrauchern vermittelt werden, war der Abschlusssatz von Franz Göschl, der die Teilnehmenden im Anschluss über seinen Hof führte. Neben den Milchkühen war eine Biogasanlage sehenswert, die über 400 Haushalte des Ortes mit Strom versorgt.