Historie

Freilichtmuseum hat wieder geöffnet

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Rosi Bauer
am Freitag, 11.06.2021 - 05:17

Das Freilichtmuseum Glentleiten präsentiert Ausstellung „Sauberkeit zu jeder Zeit“. Sie ist ab Ende Juli zu sehen.

Großweil/Lks. Garmisch-Partenkirchen Die Freude währte nicht lange: Nur eine Woche nach dem traditionellen Saisonbeginn an Josefi musste das Freilichtmuseum Glentleiten aufgrund ansteigender Infektionszahlen wieder schließen. Doch jetzt, mit stabilen Inzidenzwerten unter 100, ist das herrlich gelegene Gelände mit seinen historischen Gebäuden wieder für die Öffentlichkeit zugänglich – natürlich unter Einhaltung gewisser Maßnahmen.

Zu Ende bringen konnte man inzwischen die Arbeiten an Aufbau und Einrichtung des Wohnhauses vom sogenannten Marosen-Lehen, das als neues Objekt auf dem Glentleitner Areal das besondere Interesse der Besucher finden dürfte. Das Marosen-Lehen war ursprünglich am Obersalzberg im Berchtesgadener Land unweit von Adolf Hitlers Berghof angesiedelt und wurde 1592 erbaut. Dieses historische Kleinod ist aber nicht die einzige neue Sehenswürdigkeit, die das Freilichtmuseum für heuer angekündigt hat: Für den Herbst ist die Eröffnung einer aus den 1950er Jahren stammenden Gasolin-Tankstelle aus Unterwössen im Landkreis Traunstein geplant. Sie gilt als Relikt der Motorisierung und des beginnenden Tourismus nach dem Krieg.

An der Glentleiten brechen neue Zeiten an. Im zentralen Freilichtmuseum für Oberbayern waren bislang ausschließlich Gebäude aus dem südlichen Oberbayern und dem Alpenrand zu sehen. Hier sehen Sie ein Video zum Spatenstich für den Bauabschnitt nördliches Oberbayern:

Insbesondere wichtig ist der Museumsleitung außerdem die Inangriffnahme eines neuen Bauabschnittes für Exponate aus dem nördlichen Oberbayern. „Diese Region war bei uns bislang nicht repräsentiert“, erklärte Museumsdirektorin Dr. Monika Kania-Schütz. Mit dem Aufbau einer kleinen Hofanlage aus Oberzeitlbach (Lks. Dachau) und eines Hopfenbauernhauses aus Enzelhausen (Lks. Freising) will das Freilichtmuseum Glentleiten nun seinen politischen Auftrag, den einstigen Wohn-, Lebens- und Arbeitsalltag der Menschen aus dem Bereich des gesamten Regierungsbezirkes zu dokumentieren, in Gänze erfüllen. Der Spatenstich für den Wiederaufbau des Oberzeitlbacher Wohnhauses mit Bezirkstagspräsident Josef Mederer hat mittlerweile gleichzeitig mit der „zweiten Saisoneröffnung“ am 19. Mai stattgefunden.

Sonderausstellung zur Hygiene auf dem Land

Interessant dürfte indes auch die neue Sonderausstellung „Sauberkeit zu jeder Zeit – Hygiene auf dem Land“ sein. Sie ist ab Ende Juli zu sehen und beleuchtet unterschiedliche Aspekte, angefangen vom Wäschewaschen über die Verbesserung in der Wasserversorgung, das Sauberhalten des Stalls, der medizinischen Versorgung der Landbevölkerung bis hin zur Vorratshaltung.

Veranstaltungstage sind für heuer zunächst nicht geplant. Vielmehr möchte man, sobald möglich, verstärkt auf Aktionswochen mit jeweils bestimmten Themen setzen. Ein solches Thema wäre etwa die Mühlentechnik, die man über mehrere Tage hinweg mit Vorführungen und weiteren entsprechenden museumspädagogischen Angeboten aufbereiten und demonstrieren kann, ohne dass sich größere Gruppen bilden. Fortgesetzt werden sollen zudem die Museumsgespräche unter dem Motto „Mit Abstand mehr erfahren“, geleitet von Kulturvermittlerinnen an verschiedenen Orten im Museum. In Corona-zeiten allemal vorteilhaft ist da auch das ausgegebene Freiluft-Jahresmotto „Ab ins Grüne“, das unter anderem viel Wissenswertes über die Museumsgärten bietet. Für Spiel und Spaß sorgen außer der beliebten Waldkegelbahn noch Fotosafaris, Rätselrallyes für Familien sowie digitale Schnitzeljagden. Insgesamt also ein breites Angebot und bestens geeignetes Ziel für einen Familienausflug in den Ferienwochen.