Ackerbau

Fokus liegt beim Humusaufbau

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Externer Autor
am Dienstag, 05.05.2020 - 09:26

In einer gemeinsamen Veranstaltung beschäftigen sich Bund Naturschutz, Bauenverband und Landwirtschaftsamt mit dem Ackerbau.

Wartaweil/Lks. Starnberg Bei ihrer gemeinsamen Veranstaltung Artenvielfalt in der Landwirtschaft setzten der Bund Naturschutz (BN), der Bayerische Bauernverband und das Weilheimer Landwirtschaftsamt den Schwerpunkt auf den Ackerbau.
Fachvorträge der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), der Bayerischen Kulturlandstiftung und des ökologischen Anbauverbands Naturland zeigten den rund 100 Teilnehmern aus Naturschutz und Landwirtschaft deutlich auf, was im Ackerbau gegen den Artenschwund unternommen werden kann.
Dr. Annette Freibauer, Institutsleiterin an der LfL, erklärte, dass eine kleinstrukturierte Feldflur und der Ökolandbau insbesondere wegen des dortigen Verzichts auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel besonders positive Effekte haben.
Die beiden BBV-Kreisobmänner aus Starnberg und Landsberg, Georg Zankl und Johann Drexl, schilderten aus ihrer landwirtschaftlichen Praxis, was sie für Arten- und Klimaschutz bereits leisten. Im Fokus stand dabei der Humusaufbau durch Einarbeiten des Strohs und der Zwischenfrüchte in den Boden, eine weite Fruchtfolge, die Verringerung von Pestiziden und die Anlage von Hecken. Biolandwirt Stefan Kreppold betonte, wie dringend eine deutliche Verringerung des Pestizideinsatzes sei.

Leistungen honorieren

Natürlich wurde auch die Forderung an die Politik gestellt, Gemeinwohlleistungen einer nachhaltigen Landbewirtschaftung noch besser zu vergüten und an den Verbraucher appelliert, die Leistungen der nachhaltig regional und ökologisch produzierenden Landwirte zu honorieren.
Marion Lang von der Bayerischen Kulturlandstiftung stellte die Bedeutung und Gefährdung bedrohter Ackerwildkräuter vor. Sie und Manuel Mühlbauer von Naturland gaben praktische Tipps, was Bauern für die selten gewordene Begleitflora früherer Äcker tun können und wie die Maßnahmen auch finanziell gefördert werden können.
Der Lichtbildervortrag des Fotografen und Biologen Roland Günter zeigte, dass Ökosysteme in der Landschaft oftmals unbemerkt zusammenbrechen und damit auch die Artenvielfalt verloren geht. Für den Laien intakt aussehende Hecken, Feldraine, Bäche und Felder können schon schwer geschädigt sein und ihre Funktion als Lebensraum oder Vernetzungsstruktur nicht mehr erfüllen. Dabei ist Günter zufolge nicht entscheidend, wer daran schuld ist, sondern wie das möglichst schnell geändert werden kann. Auch die Kommunen seien gefragt, Wegränder, Hecken und freie Flächen mit heimischem Bewuchs als Biotopverbund wieder herzustellen.

Markt der Möglichkeiten

Auf einem „Markt der Möglichkeiten“ konnten sich die Teilnehmer über verschiedene erfolgreiche Projekte zur Förderung der Artenvielfalt informieren: Erzeugung und Vermarktung von regionalen und biologischen Produkten, solidarische Landwirtschaft, Ackerwildkraut- Patenschaften, und mehr.
Ministerialdirigent Wolfram Schöhl aus dem Bayerischen Landwirtschaftsministerium appellierte in seinem Schlusswort an alle Teilnehmer, sich in ihrem Bereich für mehr Artenvielfalt einzusetzen. Schöhl wünschte sich, dass diese Veranstaltungsreihe fortgesetzt wird, weil Lösungen nur gefunden werden können, wenn man miteinander redet.