Wald

Eigentum mithilfe des Staates schützen

WaldMÜ
Sandra Kalb Portrait 2019
Sandra Kalb
am Donnerstag, 29.10.2020 - 13:43

Waldbegang im Landkreis Mühldorf mit Politikern.

Regen tut dem Wald gut, das ist gemeinhin bekannt. Dennoch war die Stimmung trüb, als einige Waldbauern dem Bundestagsabgeordneten Stephan Mayer beim nassen Gang durch den Eiglwald im Landkreis Mühldorf ihre Sorgen näherbrachten. Denn der Wilddruck sei hoch, der Einfluss auf die Jagd gering und der Aufbau von Mischwald demnach sehr mühsam.

Wegen der bevorstehenden Novelle des Bundesjagdgesetzes machten sie ihren Standpunkt deutlich, seien sie doch als Waldbauern „Zwangsmitglieder in Jagdgenossenschaften“, so erwarten sie Unterstützung des Staates beim Schutz ihres Eigentums. Denn, so berichtet der Mühldorfer Vize-Kreisobmann Gerhard Langreiter, das Pflanzen ist anstrengend und kostet viel Zeit und rechnet sich nicht, wenn der Verbiss zu hoch ist.

Der Waldumbau kostet ein Schweinegeld

„Der Waldumbau kostet ein Schweinegeld“, pflichtete ihm der CSU-Landtagsabgeordnete und ehemalige bayerische Umweltminister Marcel Huber bei. Er verwies auf die deutlich höheren Preise etwa für Esskastanienpflanzen im Vergleich zur Fichte. „In der Bevölkerung ist verankert, dass das Pflanzen für Klimaschutz steht, das bräuchte es nicht wenn das Gleichgewicht stimmt“, sagte Huber mit Blick auf Naturverjüngung.

Sein Parteikollege Mayer aus dem Bundestag betonte, dass die CSU-Landesgruppe beim Bundesjagdgesetz noch „ergebnisoffen“ sei. Die Forderungen der Waldbauern, – darunter BBV-Kreisobmann Ulrich Niederschweiberer und sein Stellvertreter Langreiter – sind, dem Jagdbeirat Weisungsrecht zu geben und den Verbissgutachten mehr Bedeutung beizumessen. Weiter brachten sie zur Sprache, dass anderswo Jäger einen körperlichen Nachweis für ihren Abschuss vorzeigen müssen. Denn „freiwillig tut sich nichts“, sagte Langreiter, auf dessen Fläche der Waldbegang stattfand.