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Direktvermarktung

Digitaler Marktplatz für Bioprodukte

Ökogenuss Waginger See
Hannes Höfer
am Montag, 10.02.2020 - 07:56

Vermarkter und Förderer gründen den Verein „Ökogenuss Waginger See“.

Traunstein/Berchtesgadener Land - „Die Angebote der Region bündeln.“ Biobauer Sebastian Kettenberger brachte damit das Ziel des neuen Vereins auf den Punkt. Bei diesem hat jedes Mitglied das Recht, seine Produkte auf einer neu zu schaffenden Homepage anzubieten. Verbraucher können via Internet die gewünschten Waren auswählen, bestellen und sich direkt ins Haus liefern lassen. Der Einladung der Ökomodellregion Waginger See / Rupertiwinkel (ÖMR) zur Vereinsgründung im Kühnhausener Seewirt (Gemeinde Petting) waren rund 50 Bauern, Direktvermarkter und Interessierte gefolgt.

Gefördert von der Bayerischen Staatsregierung und professioneller Unterstützung durch die Technische Hochschule Deggendorf mit dem Campus Grafenau soll eine Plattform „digitales Alpendorf“ solche Projekte unterstützen. Die Region um den Waginger See ist eines von fünf Pilotprojekten in Bayern.

Großer Marktplatz, überschaubarer Aufwand

„Der Marktplatz im Internet ist groß und vielfältig“, hofft Kettenberger auf einen „neuen Kundenkreis“. Ins Haus gebracht werden sollen die Waren von Hans Lecker und seinem Team. Sein Laufener Biohof Lecker beliefert bereits jetzt rund 700 Kunden pro Woche zwischen Berchtesgaden, Chiemsee und Pfarrkirchen. „Das bietet jede Menge Synergieeffekte“, zeigte sich Hans Lecker zuversichtlich, der Aufwand für den einzelnen Produzenten bleibe „relativ überschaubar“.

ÖMR-Koordinatorin Marlene Berger-Stöckl hatte zusammen mit einem kleinen Team um Hans Lecker und Sebastian Kettenberger Vereinssatzung, Geschäfts- und Beitragsordnung ausgearbeitet. Berger-Stöckl erwartet die Fertigstellung dieser Plattform bis Ende 2020. In einem zweiten Schritt sollen auch Abnehmer größerer Mengen dazukommen.

Eingängig und nicht austauschbar

Zum Vorsitzenden wählte die Versammlung den 34-jährigen Sebastian Kettenberger. Ein Stellvertreter ist Hans Koch aus Holzhausen, ein zweiter Stephan Scholz aus Sondermoning. Waren laut Satzung zunächst fünf Beisitzer vorgesehen, so wurden daraus am Ende acht: Thomas Reese, Andreas Buchwinkler, Hermann Hofstetter, Michael Steinmaßl, Hans Lecker, Jutta Staudt-Franzen, Yvonne Liebl und Marlene Berger-Stöckl. Kassenprüfer sind Hans Posch und Sepp Probst.

Doch wie soll der neue Verein heißen? Eingängig und nicht austauschbar sollte der Name sein. Während Marlene Berger-Stöckl für einen „boarischen“ Begriff warb, mahnte Pettings Altbürgermeister Markus Putzhammer, es müssten alle verstehen können. Von acht Vorschlägen setzte sich am Ende mit deutlicher Mehrheit „Ökogenuss Waginger See“ durch.