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Landfrauen

Dauerhaft Ordnung schaffen

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Helga Gebendorfer
am Donnerstag, 09.04.2020 - 09:12

Aufräumcoach Katharina Auerswald gibt Tipps beim Eichstätter Tag der jungen Landfrau.

Hagenhill/Lks. Eichstätt - Das Corona-Virus wirbelte heuer beim Tag der jungen Landfrau im BBV-Kreisverband Eichstätt einiges durcheinander. Dabei feierten die beiden Veranstaltungen dieses Jahr Premiere mit zwei verschiedenen Referenten. Traditionell startete der erste Termin noch ungehindert im nördlichen Landkreis im Gasthaus „Zum Bräu“ in Nassenfels.

Auf dem Programm stand das Thema „Notfälle bei Kindern - Wie kann ich helfen?“ mit Dr. Marcus Kettemann, Leitendem Notarzt der Region Ingolstadt, Kliniken im Naturpark Altmühltal. Dieser machte deutlich, dass schnell etwas passieren kann, wie beispielsweise eine verschluckte Münze oder ein Sturz auf dem Spielplatz. Der Notfallmediziner stellte klar, dass Kinder keine kleinen Erwachsenen sind und deshalb zum Teil andere Maßnahmen benötigen, die sich von der Ersten Hilfe bei Erwachsenen unterscheiden. Deshalb erläuterte er den Frauen, wie es gelingt, Ruhe zu bewahren und welche Sofortmaßnahmen bei den häufigsten Notfällen ergriffen werden können.

Bei der zweiten Versammlung im südöstlichen Landkreis im Gasthaus Feigl in Hagenhill wurde eingeladen zum Thema „Vom perfekten Chaos zur kreativen Ordnung“. Referentin des Tages war Aufräumcoach Dipl.-Ing. Katharina Auerswald. Eigentlich waren gut 100 Teilnehmerinnen angemeldet, doch am Ende trafen sich aufgrund der großen Verunsicherung nur 15 Frauen.

Coronabedingt nur kleine Gruppe zusammengekommen

„Leider ist heute die Runde sehr klein. Doch wir wollen heute positiv denken und das Beste daraus machen“, begrüßte Kreisbäuerin Christa Weber die überschaubare Gruppe. Sie freute sich, dass der Tag der jungen Landfrau im Normalfall sehr gut angenommen wird und gut ankommt. Vor allem begrüßte sie, dass sich hier gerade die junge Generation angesprochen fühlt.

Bei den Vorträgen legen die Organisatoren ein besonderes Augenmerk darauf, Themen aus dem Alltag z. B. Erziehungs- oder Persönlichkeitsthemen, auszuwählen, die besonders die jüngere Generation interessieren. „Denn hier können wir ein völlig anderes Publikum erreichen als bei anderen Veranstaltungen rund ums Jahr“, so die Kreisbäuerin, die verriet, dass dieses Konzept läuft und weiterhin zur festen Größe im Jahresprogramm gehören soll.
„Egal ob in der Küche oder im Büro - es lohnt sich, Struktur zu haben, damit sich jeder in der Familie und im Betrieb auskennt“, stellte Katharina Auerswald zu Beginn fest. Chaos nervt, kostet Zeit und Geld und verhindert die Konzentration auf Wichtiges. „Wenn Ordnung und Struktur im Äußeren geschaffen wird, klären sich oft auch Kopf und Gedanken“, meinte die Referentin, der es wichtig war, eine Reihe von Tipps für die Praxis mitzugeben.

Unterschiedlicher Ordnungsbedarf

Grundsätzlich gibt es nach Auskunft der Fachfrau individuelle Unterschiede in Sachen Ordnungsbedarf. „Wie viel Ordnung brauche ich als Person?“, fragte sie und wies darauf hin, dass sich jeder eventuell unter anderen Umständen wohlfühlt. Deshalb sollte aber keiner angegriffen werden. Ihr Tipp: in diesem Fall mit dem Gegenüber in „Ich“-Form und in Bedürfnissen reden.

„Es gibt nicht die eine Methode, die für alle gut ist. Es gilt vielmehr zu testen, ob es für einen selbst funktioniert oder nicht“, betonte Auerswald. Ihre Schritte für mehr Ordnung: Aussortieren nach „Ballast“ oder „Schatz“, Aufräumen und System ändern. Die Empfehlung fürs Büro lautete: sortieren in die vier Kategorien „wegwerfen“, „an richtiger Stelle ablegen“, „Handlungsbedarf“, „gehört woanders hin“. Bei der Kleidung kann folgendermaßen vorgegangen werden: bleibt im Schrank, wird weggegeben, reparieren oder waschen, kommt in „Quarantäne“. „Wichtig ist in jedem Fall: nur so viel vornehmen, wie man Zeit und Lust hat“, erklärte sie und meinte damit, z. B. nur eine Abteilung wie Socken oder Unterwäsche.