Ausbildung

Coronakrise: Praxisunterricht wäre kompliziert

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Interview: Helga Gebendorfer
am Freitag, 05.06.2020 - 15:00

Interview mit Else Gressmann vom AELF Ingolstadt über die Veränderungen des Schulbetriebs durch das Coronavirus.

Wochenblatt: Welche Auswirkungen waren im Schulbetrieb zu spüren?
Greßmann: Der letzte Unterrichtstag fand am 11.März statt und es waren bis zum Abschluss des Semesters Ende März noch fünf Unterrichtstage bzw. –abende laut Plan nicht durchgeführt. Die noch fehlenden Unterrichtsinhalte haben wir weitgehend durch Arbeitsaufträge, Fachinformationen zum Selbststudium und Übungsaufträge für die Praxis digital an die Studierenden gegeben, damit ein halbwegs geordneter Abschluss des Semesters gemacht werden konnte. Die Zeugnisse wurden, nachdem eine Schulschlussfeier auch nach einer zeitlichen Verschiebung nicht möglich war, per Post versandt. Hinzu kommt, dass wir für den 22. März einen Tag der offenen Tür geplant hatten, für den schon viele Vorbereitungen getroffen und die Ehrengäste eingeladen waren. Dieser wurde auf Anraten des Gesundheitsamtes Ingolstadt abgesagt.
Wochenblatt: Wie meistern Sie die aktuelle Situation im Hinblick auf den Start des neuen Semesters?
Greßmann: Wir haben schon zahlreiche Anmeldungen für das neue Semester im Oktober. Spannend wird, wenn im Herbst immer noch die derzeit geltenden Schutzmaßnahmen wie Mindestabstand von 1,5 m, 4 m² Platzbedarf pro Studierende, Hygieneauflagen, etc. zu beachten sind. Dann bedarf es einer aufwändigen Organisation - weniger für den Theorieunterricht, aber komplizierter wird es für den Praxisunterricht. Ich bin aber optimistisch, dass auch ein neues Semester gut starten kann.
Wochenblatt: Warum empfehlen Sie den Besuch der Fachschule?
Greßmann: Der Besuch der Fachschule hat für mich einen sehr hohen Stellenwert, weil breites Wissen und Können vermittelt wird. Außerdem haben wir immer einige Studierende, die sich nach der Familienpause für den Einsatz im sozialen Bereich qualifizieren, da sie in ihren angestammten Beruf nicht zurückkehren können. Jeder Anwendungsbereich ist wertvoll für unsere Gesellschaft, die Leistungen kommen insbesondere den Familien und Menschen in besonderen Lebenssituationen zugute. Und ganz aktuell: Für die Engpässe der letzten Wochen wegen der Corona-Pandemie mit Schul- und Kitaschließung, Home-Office und Home-Schooling, sämtliche Mahlzeiten ausschließlich zuhause, etc. war die Kenntnis von hauswirtschaftlichen Grundlagen sicher nur von Vorteil.