Antrittsbesuch

Chancen für die Landwirtschaft nutzen

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BLW
am Dienstag, 06.04.2021 - 17:17

Oberbayerns BBV-Bezirkspräsident Ralf Huber tauschte sich mit LfL-Präsident Stephan Sedlmayer aus. Im Fokus standen die Märkte vor der Haustüre.

Der neu gewählte, oberbayerische BBV-Bezirkspräsident Ralf Huber traf bei seinem Antrittsbesuch LfL-Präsident Stephan Sedlmayer. Die Orientierung am Markt und die Nachfrage der Verbraucher nach regionalen Produkten mit Gesicht gezielt zu nutzen, ist eine große Chance für die bayerische Landwirtschaft. Da waren sich Stephan Sedlmayer, Präsident der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), und BBV-Bezirkspräsident Ralf Huber einig.

Hier gilt es von den landwirtschaftlichen Betrieben neue und eigene Wertschöpfungsketten zu finden, Prozesse aufzubauen und Vermarktungsoptionen zu bilden. Sie setzen dabei viel Hoffnung in den Ideenreichtum und das Innovationspotenzial gerade der jungen Generation. Die Märkte vor der Haustür finden und gezielt erschließen, dafür ist ein offener und konstruktiver Dialog mit den Verbrauchern wertvoll. Der landwirtschaftliche Unternehmer kann Vertrauen und Verständnis aufbauen und Zukunftsperspektiven eröffnen.

Breites Angebot für Nachfrage

Die Veredelung von Rohstoffen aus der Landwirtschaft möglichst weit in der Landwirtschaft zu halten, ist ein vielversprechender Lösungsansatz. Am Beispiel der Milch lassen sich viele Marktwege erschließen. Ein Weg ist, den Fokus auf die Erzeugung beispielsweise von Heumilch oder Weidemilch zu legen und über Milchautomaten das eigene Dorf oder die Umgebung zu bedienen. Die Vielfalt der Wege eröffnet Chancen und in der Summe ergeben die einzelnen Marktwege ein breites Angebot für jede Nachfrage.

Ein zweiter Lösungsansatz sind enge vertragliche Bindungen zwischen dem Landwirt und dem Verarbeiter der Rohstoffe. So kann beispielsweise beim Anbau von bayerischer Braugerste für die lokale Brauerei die Wertschöpfung in der Region gehalten werden und die regional erzeugte Braugerste erhält eine unverwechselbare Herkunft und eine Identität als Premiumprodukt. Huber erachtet in der Bierproduktion in staatlichen Brauereien einen größeren Bio-Gerstenanteil für denkbar: So ließe sich der von der Regierung geforderte höhere Bioanteil gut und einfach pushen.

Herausforderungen, wie Klimawandel, ressourcenschonende Bewirtschaftung und ein starkes Bewusstsein für die Märkte, fordern jeden einzelnen Betriebsleiter. Zeitgleich stellt die Gesellschaft viele Leistungen der Landwirtschaft in Frage. In diesem Spannungsfeld den eigenen Betrieb weiterzuentwickeln, ist derzeit eine der größten Herausforderungen. Die LfL unterstützt die Landwirtschaft in Bayern mit praxisnahen Forschungsergebnissen. BBV-Bezirkspräsident Ralf Huber begrüßte diesen Wissenstransfer.

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