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Biologische Schädlingsbekämpfung

Mit Blutbär-Raupen gegen das Kreuzkraut

BlutbärRaupe (c)Kopschinski (2)
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am Freitag, 25.09.2020 - 10:04

Im Achental ist ein Versuchsprojekt zur Bekämpfung der Giftkräuter gestartet.

Jakobskreuzkraut (c)Kopschinski (3)

Im Rahmen eines Kreuzkraut-Projektes wurden Blutbär-Raupen nun erstmals im Achental ausgebracht. Gefördert wird das Projekt vom Amt für ländliche Entwicklung Oberbayern im Zuge der ILE Achental. Projektpartner sind das Ökomodell Achental und der MR Traunstein.

Wolfgang Wimmer, Geschäftsführer des Ökomodells Achental, sieht die zunehmende Ausbreitung der Kreuzkräuter mit Sorge: „Die Pflanzen wurden eingeschleppt und sind bei uns gar nicht heimisch.“

Zwar können vereinzelte Pflanzen laut Wimmer noch keinen Schaden anrichten, aber bei größerer Aufnahme über das Raufutter werden die Giftstoffe in der Leber der Wiederkäuer abgelagert und können so zu Beeinträchtigungen führen.

Raupen aus dem Norden

Ende 2019 war Andreas Frahm, Landwirt aus Schleswig-Holstein zu Gast im Achental. Er züchtet die Raupen der Blutbären, um das Jakobskreuzkraut zu bekämpfen. Der Blutbär (auch Jakobskrautbär genannt) ist ein Schmetterling, dessen Raupen das giftige Jakobskreuzkraut fressen, denn die im Kreuzkraut enthaltenen Bitterstoffe schützen die Raupen vor Fressfeinden. Andreas Frahm beschäftigt sich seit sieben Jahren mit dem Einsatz der Blutbär-Raupe. Anfangs siedelte er wenige Raupen auf seinen Flächen an, um das Jakobskreuzkraut zu bekämpfen. Mittlerweile sind seine Flächen sauber. Nun berät er Flächenbesitzer aus ganz Deutschland beim Einsatz der Raupen.

Um die kritischen Arten im Achental zu unterbinden, beschäftigt sich das Ökomodell Achental umfassend mit der Kreuzkraut-Problematik. Im Rahmen des Kreuzkraut-Projektes des Ökomodells wurden im Achental die ersten Raupen ausgesetzt.

Raphael Röckenwagner, Geschäftsführer des MR Traunstein, war bereits zweimal in Norddeutschland, um für Raupennachschub zu sorgen. Dass die Blutbären das Jakobskreuzkraut fressen, ist bereits bekannt. Wie es sich mit dem Alpen- und Wasserkreuzkraut verhält, wird nun erstmals getestet.
Die Raupen wurden an drei Standorten auf den drei heimischen Kreuzkrautarten (Jakobs-, Wasser- und Alpenkreuzkraut) ausgesetzt. Mittlerweile sollten sich die Raupen verpuppt haben, um dann als Schmetterling zu schlüpfen und auf den Pflanzen ihre Eier abzulegen.

Rückmeldung erbeten

Das Versuchsprojekt soll auch im nächsten Jahr fortgeführt werden, um zu prüfen, inwieweit sich diese Bekämpfungsmethode in der Region eignet. Um passende Flächen für den Einsatz der Blutbär-Raupen auszuwählen, bitten die Initiatoren um Rückmeldung von Grundstücksbesitzern, auf deren Flächen Jakobs-, Wasser- oder Alpenkreuzkraut wächst.