Weilheim

Bertas Bitte an die Hundehalter

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Josef Berchtold
am Mittwoch, 07.10.2020 - 10:55

Gefährlich für die Kühe wird es, wenn Hundehalter sorglos sind. Ein neuer Flyer soll darauf aufmerksam machen. Die Kühe freut das.

Es geht um die Kuh Berta: Sie ist eine echte Feinschmeckerin und frisst am liebsten Gras. Aus ihrer Milch werden Butter und Käse hergestellt – und ihr graust vor Hundekot: Der neue Flyer „Hund und Kuh auf Du und Du“ soll jetzt die Hundehalter im Landkreis Weilheim-Schongau ansprechen. Vorgestellt wurde er auf dem Bauernhof von Franz und Regina Andrä in Weilheim. Sie sind selbst Hundebesitzer und ihr zweijähriger Ares, ein stattlicher kaukasicher Schäferhund, durfte beim Fototermin natürlich mit aufs Bild.

Bauernverband stößt an, Landkreis finanziert

Initiiert wurde die Aktion vom Bauernverband, der sich über namhafte Unterstützer freut, etwa den Landkreis, der die Startauflage finanziert. Die Landwirtschaft sei darauf angewiesen, dass die Hundhalter ihren Pflichten nachkommen. Und dazu gehöre, den Hundkot mitzunehmen und ordnungsgemäß zu beseitigen, so das Verständnis von Landrätin Andrea Jochner-Weiß.

Nach dem Naturschutzgesetz sei das Betreten von Grünlandflächen in der Aufwuchszeit nicht zulässig. Hundekot könne auch Parasiten und Krankheitserreger übertragen. Aufgescheuchtes Wild könne zu einem unerwünschten Jagdverhalten des Hundes führen, beschreibt Jens Lewitzki, der Leiter des Veterinäramtes.

Tierliebe muss Kühe mit einschließen

„Wir Bauern sind darauf angewiesen, dass ihre Tierliebe auch unsere Kühe einschließt“, appelliert Kreisbäuerin Christine Sulzenbacher an die Hundehalter. „Und wir möchten verhindern, dass sich die Probleme hochschaukeln“, sagt die stellvertretende Kreisbäuerin Maria Lidl. BBV-Geschäftsführer Thomas Müller hebt hervor, dass man nicht mit erhobenen Zeigefingern, sondern durch Aufklärung auf die Hundehalter zugehe.

Hundesportverein unterstützt Flyeraktion

Besonders erfreut sind die Bauern-Vertreter, dass auch die Hundehalter den Flyer aktiv unterstützen. Dr. Nicole Spichtinger-Rakowsky, die Vorsitzende des Hundesportvereins in Penzberg, erklärte: „Wir wollen nicht, dass Hunde abgelehnt werden.“ Sie unterstreicht, dass Rücksichtnahme und Respekt Grundpfeiler für ein harmonisches Miteinander sind – das gelte auch für Hundebesitzer im Umgang mit Landwirten, Förstern, Jägern und Landschaftspflegern. „Nur wenn wir unsere Hunde auf den Wegen halten, geschützte Bereiche nicht betreten und die Hinterlassenschaften beseitigen, können wir erwarten, dass man uns auch mit Respekt und Vertrauen begegnet“, so Spichtinger.

Mit Hundesteuerbescheid den Flyer verschicken

Der Flyer mit einer Erstauflage von 5000 Stück soll alle Hundehalter im Landkreis erreichen. Die BBV-Ortsbäuerinnen werden an die Bürgermeister mit der Bitte herantreten, diesen mit dem nächsten Hundesteuerbescheid zu verschicken. Auch auf die Hundeschulen möchten die Initatoren zugehen – in der Hoffnung, dass Bertas Teller künftig noch sauberer wird.
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