Blume des Jahres

Bedeutsam: Großer Wiesenknopf im Rampenlicht

dunkler-wiesenknopf-ameisenbläuling-großer-wiesenknopf
Kein Bild vorhanden
Externer Autor
am Freitag, 20.11.2020 - 07:14

Die Hamburger Loki Schmidt Stiftung hat den Großen Wiesenknopf zur Blume des Jahres 2021 gekürt.

Damit sind auch die Rosenheimer einverstanden: An einigen Stellen in der Region findet man die Pflanze noch mit guten Beständen. Patrick Guderitz, Gebietsbetreuer von Eggstätt Hemhofer Seenplatte und Seeoner Seen, spricht von einer sehr guten Wahl.

Sein Kollege Dirk Alfermann, Biologe und Gebietsbetreuer des Chiemsees, sieht das ähnlich: „Das ist ein starkes Zeichen für die hohe Wertigkeit extensiv genutzter Grünlandbestände. Denn dort kommt die Pflanze schwerpunktmäßig vor.“

Hinweisgeber für Biodiversität

Vegetationsökologe Guderitz schreibt dem Großen Wiesenknopf eine Indikator-Wirkung zu. „Wo der wächst, hat man in der Regel auch für eine Vielzahl anderer Tier- und Pflanzenarten gute Lebensbedingungen, etwa die Tagfalter auf der Roten Liste wie den Hellen und Dunken Wiesenknopf-Ameisenbläuling (siehe Foto). Sie sind auf den Großen Wiesenknopf als Futter- und Raupenpflanze angewiesen. Sie stehen auf der Roten Liste der Tagfalter Bayerns.

Extensive Grünländer sind durch intensivere Grünlandnutzung in der Fläche zurückgegangen. Dabei gehören sie zu den artenreichsten Lebensräumen, welche die Kulturlandschaft zu bieten hat. Auch am Chiemsee und im Gebiet der Eggstätt Hemhofer Seenplatte und Seeoner Seen findet man den Großen Wiesenknopf.

Extensiv bewirtschaftete Wiesen als Grundstock

„Wir haben auch dank der Landwirte, die hier noch viele Wiesen extensiv bewirtschaften, den einen oder anderen sehr guten Bestand“ meint Alfermann. Guderitz wirbt dafür, den Anteil extensiv genutzter Wiesen und Weiden noch etwas zu erhöhen. Eine gute Möglichkeit sieht er im Vertragsnaturschutzprogramm (VNP). Hier werden Landwirte für eine extensive Bewirtschaftung der Wiesen zusätzlich entlohnt.

Auf den ersten Blick erscheint der Große Wiesenknopf unscheinbar, bei näherem Hinsehen ist die Pflanze aber nicht unattraktiv. Sein „Köpfchen“ besteht nämlich aus zahlreichen Einzelblüten und bietet somit auch einer ganzen Reihe weiterer Insekten Nahrung und Lebensraum.