Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Kreisbauerntag

„Bauern sind die besseren Politiker!“

Sorgten für Stimmung im Bierzelt: (v. r.) Kreisobmann Johannes Scharl, Kreisbäuerin Stilla Brandl, Minister Hubert Aiwanger, Vize-Kreisbäuerin Irmgard Pfaller, Vize-Kreisobmann Christian Kügel und BBV-Geschäftsführerin Erika Meyer.
Helga Gebendorfer
am Mittwoch, 21.09.2022 - 14:25

Kreisbauerntag in Eichstätt: Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger lobt die Bauern und bekommt Hausaufgaben von Kreisobmann Scharl.

Eichstätt Die Energie- und Versorgungssicherheit war das bestimmende Thema beim Kreisbauerntag der Eichstätter Landwirtefamilien. Im Festzelt des Eichstätter Volksfestes sagte Kreisobmann Johannes Scharl: „Wir können alles: Für gesunde und sichere Ernährung sorgen und einen wichtigen Beitrag zu den erneuerbaren Energien leisten – wenn man uns nur lässt.“ Dafür erntete er bei den Zuhörern großen Zuspruch.

Scharl zufolge hat die Landwirtschaft in den letzten Jahrzehnten in besonderer Weise für Wohlstand gesorgt, da sie mit ihren Produkten eine Inflationsbremse gewesen sei. Umso mehr beklagt der Kreisobmann, wie gerade die Nutztierhaltung dieser Tage an den Pranger gestellt werde. Neben der Nahrungsmittelerzeugung sei die Landwirtschaft gleichzeitig der erste und erfolgreichste Umwelt- und Naturschützer.

Dialog auf Augenhöhe

„Wir wollen eine nachhaltige Landwirtschaft, die sich weiterentwickelt und Themen wie Tierwohl, Biodiversität und Grundwasserschutz ernst nimmt“, sagte Scharl. Notwendig sei dafür aber ein Dialog von Landwirtschaft, Gesellschaft und Naturschutz auf Augenhöhe – gerade jetzt, wo die explodierenden Energiepreise die landwirtschaftlichen Betriebe mit voller Wucht treffen und sie vor große Herausforderungen stellen.

Dem Festredner, Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, gab Johannes Scharl eine Reihe von Hausaufgaben mit: Den Flächenverbrauch bremsen, einschließlich den durch Ausgleichsflächen; die Netzinfrastruktur und Vergütung erneuerbarer Energien verbessern; Freiflächen-PV-Anlagen erst nach dem Bau auf Dächern, Parkplätze und Überlandstraßen; Bürokratieabbau.

„Ohne Bauern keine Zukunft“, versicherte Aiwanger den versammelten Bauernfamilien. „Ohne Sie gehen die Lichter aus und die Teller bleiben leer.“ Er bedankte sich für deren Arbeit und sagte ihnen seine Unterstützung zu. Denn jede Betriebsaufgabe führe zu größerer Abhängigkeit von Importen.

Energie als Chance

Die Zuhörer forderte er auf, sich politisch zu Wort zu melden, um nicht an die Wand gespielt zu werden. „Die Bauern sind die besseren Politiker“, meinte Aiwanger. „Sie bringen Bodenständigkeit und gesunden Menschenverstand mit.“ In der Bereitstellung von Energie sieht er Chancen für die Bauern. Dazu gehörten Biogas, Photovoltaik und Agri-Photovoltaik sowie – trotz EU-Debatte – Brennholz und Bauholz. „Wir müssen alles dafür tun, dieses Potenzial besser zu nutzen“, forderte er.