Donaumoos

Aufstieg für die Fische

POE_Seeanger-Fischaufstieg 008
Andrea Hammerl
am Donnerstag, 15.10.2020 - 09:40

Nutznießer sind die Fische, die Ökologie des ganzen Systems und nicht zuletzt auch die Menschen: Im Donaumoos ist die Durchgängigkeit der Ach wieder hergestellt worden.

In den vergangenen Wochen wurden die Triebwerksanlage Neumühle und die Reste der alten Ölmühle in Pöttmes-Seeanger demontiert und die ökologische Durchgängigkeit der Donaumoos-Ach wiederhergestellt. Mit zahlreichen Steinbühnen im Gewässerlauf ist es nun möglich, dass Fische und weitere Flussbewohner dort wieder die Donaumoos-Ach durchwandern können.

Hohes Gefälle wird für Forelle & Co. überwindbar

Die Maßnahme ist Teil des Gewässerentwicklungskonzeptes für die Donaumoos-Ach. Diesen ersten Baustein stellte Geschäftsführer Michael Hafner vom Donaumoos-Zweckverband der Öffentlichkeit vor: Am Seeanger ist ein Fischaufstieg entstanden, der Aal, Barsch, Bach- und Regenbogenforellen, Brachse, Karpfen, Hecht und Aitel ermöglichen soll, ein Gefälle von 2,6 Metern zu überwinden. Dafür wurde zunächst das frühere Stauwerk der Neumühle rückgebaut. „Wir haben 150 Tonnen Beton bis auf ein paar Reste entfernt – die können spätere Generationen noch ausgraben“, merkte Bauingenieur Michael Ederer scherzhaft an.

Aus 550 t Jura-Kalkstein entstand eine Anlage aus Steinbühnen, die sich über 150 Meter hinaufwendeln und so das Gefälle für die Flussbewohner minimieren. „Neuer Beton wurde nicht verwendet und es wurde auch kein Erdreich weggefahren“, berichtet Ederer. Die größeren Jura-Kalksteine wiegen zwischen zwei und drei Tonnen, dazwischen wurden kleinere angeordnet. Dafür hat der Zweckverband um die 60 000 € investiert. Nun fehlt noch der Bewuchs. Eine Anfangsbepflanzung wird vorgenommen, Ederer rechnet damit, dass sich „die Natur innerhalb weniger Jahre diesen Bereich zurückholt“.

Das älteste Gewässer im Donaumoos

Die Donaumoos-Ach ist das älteste Gewässer im Donaumoos – und natürlichen Ursprungs, während die Kanäle vor mehr als 200 Jahren zur Entwässerung von Menschenhand gezogen wurden, um das größte Niedermoor Süddeutschlands zu besiedeln.

Der Natur wird etwas zurückgegeben

Seit Jahren bemüht sich der Zweckverband, diese besondere Landschaft, die unter anderem vom Moorschwund bedroht ist, zu erhalten. Entsprechend positiv wurde das Projekt gewürdigt. Als „sorgsamen Umgang mit einer besonderen Landschaft“, wertete der Aichach-Friedberger Landrat Klaus Metzger den Fischaufstieg.

Mirko Ketz, Bürgermeister des Marktes Pöttmes, betonte, mit dieser technische Anlage werde der Natur etwas zurückgegeben. Er ist mit seiner Marktgemeinde freiwilliges Mitglied im Zweckverband. Neuburg-Schrobenhausens Landrat Peter von der Grün lobte die gute bezirks-, landkreis- und behördenübergreifende Zusammenarbeit. Weitere Hürden, die die Durchgängigkeit der Ach bei Weichering behindern, würde Hafner gerne beseitigen, unter anderem an der Jochner Mühle und der Mittermühle. Andrea Hammerl
Top Themen:
  • Lohnt sich die Umstellung auf Ökolandbau?
  • Grassilage 2. Schnitt: Zuckersüß
  • Landesschau des süddeutschen Kaltbluts
  • Festgesetzt im Markt für Pilze
  • Schöne, aber pflegeleichte Gräber
  • Warum die Schotten den Brexit nicht fürchten
Kostenfreies Probeheft Alle Aboangebote