Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Wölfe wandern nach Bayern

Altmühltal: Drei Wölfe identifiziert

Wolf-Wolfsriss-Brandenburg-Bayern: Ein Wolf streift zwischen Bäumen umher.
Barbara Höfler, BLW
am Mittwoch, 30.11.2022 - 15:50

Wolfsrüde aus 430 km entferntem Brandenburg riss 7 von Dominik Löfflers Schafen. Wo er herkommt, haben Wölfe sich auf Kälber fokussiert.

Haunsfeld/Lks. Eichstätt Die Vermutung ist jetzt Gewissheit: Es war ein Wolf, der Ende Oktober sieben Schafe in einem Solarpark in Haunsfeld im Altmühltal gerissen hat (Wochenblatt berichtete, siehe unten: "Warum ein 2,50 Meter hoher Zaun einen Wolf nicht stoppt"). Die Ergebnisse der DNA-Analysen der Rissproben hat das LfU jetzt im Internet veröffentlicht. Gewissheit brachten sie noch über eine zweite Vermutung, die bislang nur in Form von Bildnachweisen existiert hatte: Mindestens drei Wölfe treiben sich im Altmühltal herum.

Der Wolf wanderte von Brandenburg nach Bayern

Bereits seit Mai 2021 gilt eine Wölfin in dem Gebiet, dem Landkreis Eichstätt, als standorttreu. Im Wolfsmonitoring des LfU trägt sie die Kennung GW1613f und stammt aus dem Veldensteiner Forst. Für den Riss der Schafe des Mörnsheimer Schäfers Dominik Löffler identifizierte das LfU jetzt einen männlichen Wolf mit der Kennung GW2977m. Der Rüde stammt demnach aus einem Elternrudeln aus Bad Belzig in Brandenburg, 430 km von Eichstätt entfernt.

Noch für einen zweiten Riss meldet das LfU eine Identifizierung: Offenbar ereignete er sich wenige Tage vor dem riss im Solarpark am 20. Oktober und ebenfalls im Landkreis Eichstätt. Getroffen hat es dort ein männliches Mufflon, vom LfU als „Wildtier“ klassifiziert. Rissverursacher ist abermals einer Fähe, aber nicht die schon bekannte. Stattdessen handelt es sich stattdessen um eine Wölfin mit der Kennung GW2976f, Nachkomme eines Rudels aus dem Manteler Forst in der Oberpfalz.

Wolf hat schon Kälber gerissen

Nach Wochenblatt-Recherchen handelt es sich bei dem Wolfsrüden aus Brandenburg um ein Tier aus einem problematischen Rissgebiet. Bad Belzig liegt im Landkreis Potsdam-Mittelmark, wo im Jahr 2014 ein erstes Kalb gerissen wurde. Laut Rissstatistik des brandenburgischen LfU kämpft das Gebiet seitdem ansteigend mit zahlreichen Kälberrissen. 2020 tötete dort ein Wolf nicht nur mehrere Kälber, sondern auch die Mutterkuh. Bad Belzig liegt im Landkreis Potsdam-Mittelmark, wo im Jahr 2014 ein erstes Kalb gerissen wurde. Laut Rissstatistik des brandenburgischen LfU kämpft man dort seitdem mit zahlreichen Kälberrissen. 2020 tötete ein Wolf nicht nur mehrere Kälber, sondern auch die Mutterkuh. Im September 2022 berichteten Zeitungen vom Riss vierer Jungrinder in den Belziger Landschaftswiesen. Offenkundig haben die Wölfe dort schon gelernt, immer größere Beutetiere zu reißen. In Brandenburg leben etwa 47 Rudeln, die meisten in ganz Deutschland.

Ihr Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt
blw digital iphone blw digital macbook
Hefttitelbild Printausgabe Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt