Almwirtschaft

Almerer und Wolf brauchen Ruhe

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Anton Hötzelsperger
am Dienstag, 21.07.2020 - 09:40

Samerberg: Was braucht es für regionale Vermarktung und was nicht?

Schon Tradition hat das sommerliche Almgespräch auf der Feichteckalm im Samerberger Almengebiet, zu dem Bezirksrat Sebastian Friesinger als Vorsitzender des Vereins für regionale Vermarktung im Raum Rosenheim (RegRo) in diesem Jahr den Landesvorsitzenden des Bayerischen Trachtenverbandes Max Bertl aus Wildsteig und den Ehrenvorsitzenden des Tourismusvereins Samerberg Hans Auer eingeladen hatte.

Aktuelle Sorgen um die Alm- und Landwirtschaft in Corona- und Wolfssichtungs-Zeiten waren ebenso Themen wie die Vermarktungsförderung regional erzeugter Produkte.

Was bietet Urlaub dahoam?

„Der Rosenheimer Bauernherbst wird heuer trotz Corona stattfinden, natürlich mit weniger Veranstaltungen und unter Berücksichtigung der Vorschriften. Doch gerade in diesen Zeiten, in denen es mehr Nachfrage nach unseren hervorragenden Regionalprodukten gibt, wollen die Leute erfahren, wo diese erhältlich sind und genauso, was unsere Region für den ‚Urlaub dahoam‘ bietet. Erste Märkte sind bereits in Vorbereitung“ sagte Sebastian Friesinger.

Gestörter Almfrieden

Auch seine Meinung zum Wolf tat er kund: „Der Wolf passt nicht in die Kultur- und Weideregion, er braucht seine Ruhe und wir auch.“

Max Bertl, selbst aktiver Jäger, ergänzt: „Eine besondere Gefahr entsteht in der Paarungszeit, da reagieren Wölfe genauso anders wie etwa Kühe mit Kälbern und da ist echte Vorsicht auch für die Menschen geboten.“

Zum Argument, dass Ausfälle bei Viehschäden durch den Wolf vom Staat übernommen werden, sind sie sich einig, dass der gestörte Almfrieden damit nicht abgegolten werden kann.

Hans Auer meinte zur Forderung, dass Wölfe aus Weideregionen entnommen werden dürfen: „Eine Duldung und das Warten auf den nächsten Schrecken sind nicht angebracht, dem Wolf muss man bei uns den Garaus machen, halb-Wolf gibt es ebenso wenig wie halb-schwanger oder halb-verheiratet“.