Forstwirtschaft

Auf und ab auf dem Holzmarkt

WBV-Wolfratshausen-Gruppenfoto
Ludwig Holly
am Freitag, 23.07.2021 - 13:35

Die WBV Wolfratshausen verbucht ein schlechtes Geschäftsjahr 2020. Zur Kompensation setzte die WBV einen strikten Sparkurs erfolgreich um.

Egling-Aufhofen/Lkr. Bad Tölz-Wolfratshausen „2020 war ein gutes Jahr für die Gesundheit unseres Waldes, aber das wirtschaftlich schlechteste seit fast zwanzig Jahren“, sagte Johann Killer, Vorsitzende der WBV Wolfratshausen als er die Jahreshauptversammlung eröffnete.

Die Holzpreise hätten ein so tiefes Niveau erreicht, „dass insbesondere Käferholz kaum die Aufarbeitungskosten und erst recht nicht die betrieblichen Kosten decken konnte“, erläuterte Killer. Zur Kompensation der eingebrochenen Umsätze setzte die WBV einen strikten Sparkurs erfolgreich um. Ein weiteres, das Jahr beherrschendes Thema war Corona. Fortbildungen fanden im abgelaufenen Geschäftsjahr kaum statt. Für den kommenden Herbst zeigte sich Killer optimistisch: „Derzeit erstellen wir ein attraktives Fortbildungsprogramm und wir hoffen, dass wir es auch umsetzen dürfen.“

Ausreichend Niederschläge im WBV-Gebiet

Der forstliche Berater der WBV, Robert Nörr, präsentierte stellvertretend für Christian Weber, dem Bereichsleiter Forsten am AELF Holzkirchen, die aktuellen Informationen aus dem Amt. Im WBV-Gebiet gab es ausreichend Niederschläge und es musste kaum Schadholz aufgearbeitet werden. „Wir sind immer noch eine Insel der Glückseligen im Vergleich zu anderen Regionen in Deutschland, in denen eine beispiellose Entwaldung stattfindet“, sagte Nörr. „Aber es reichen zwei bis drei Extremjahre, dass die Fichte stirbt.“

Mögliche Auswege aus einer Katastrophen-Forstwirtschaft sieht Nörr in der fachgerechten Waldpflege, angepassten Wildbeständen und der Einbringung von heimischen Mischbaumarten. „Dann hat man mehrere Standbeine und einen stabilen Wald, wenn Extreme kommen.“

Den Holzeinschlag steigern

Im Geschäftsjahr 2020 hat die WBV knapp 50 000 fm (2019: 44 342 fm) Holz vermarktet. Der Schwerpunkt lag beim Kurzholz, aber auch Lang- und Brennholz wurden in relevanten Mengen abgesetzt. „Wir sind sehr froh, dass die Waldbesitzer in diesem unattraktiven Marktumfeld nicht mehr Holz einschlagen mussten“, sagte Geschäftsführer Florian Loher. „Für die WBV und ihre Unternehmer bedeuteten die geringen Holzmengen aber große finanzielle Herausforderungen.“ Für das laufende Jahr gab Loher einen positiven Ausblick: Durch die reichhaltigen Niederschläge seien die Neuanpflanzungen prächtig angewachsen.Der Borkenkäfer trete bisher nur vereinzelt auf. Die Holzpreise seien in Rekordgeschwindigkeit in die Höhe geschossen. Lohers Rat und Appell an die Waldbesitzer: „Ab dem 1. Oktober, dem Ende der Holzeinschlags-Beschränkung, sollte man die Chance nutzen, deutlich die Waldpflege zu intensivieren und auch den einen oder anderen reifen Baum zu ernten.“