Bodenschutz

Mit Zwischenfrüchten Boden schützen

Wasserschutz
Jürgen Eisen
am Mittwoch, 18.12.2019 - 10:49

Zwischenfrüchte leisten einen wichtigen Beitrag zum Wasser- und Bodenschutz. Es gilt dabei für die Landwirte, die passenden Mischungen für ihre Fruchtfolgen und ihre betriebliche Situation zu finden.

Bechhofen,Ohrenbach,Borsbach, Altentrüdingen/Lks. Ansbach - Die inzwischen schon zum Jahresablauf gehörenden Felderführungen an den Demonstrationsflächen zum Zwischenfruchtanbau hatten auch heuer regen Zulauf. Hier konnten die Landwirte über verschiedene Mischungen mit Pflanzenbauberater Friedrich Beißer und Wasserberater Matthias Rummer vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Ansbach diskutieren. Zwischenfrüchte leisten einen wichtigen Beitrag zum Wasser- und Bodenschutz. Es gilt dabei für die Landwirte, die passenden Mischungen für ihre Fruchtfolgen und ihre betriebliche Situation zu finden.

Die Vielzahl der Vorschriften und Regelungen im Bereich des Ackerbaus gehören zum täglichen Brot der Bauern. Extremereignisse können leider auch ackerbaulich kaum verhindert werden, waren sich alle einig. Erosionsschutz sei eine wichtige und kostensparende Aufgabe eines jeden Betriebes. Bewuchs auf der Fläche könne der Kraft des Wassers etwa die Hälfte nehmen.

Düngeverordnung sorgt für Zündstoff

Die Umsetzung der Düngeverordnung, die aufgrund unterschiedlicher Grundwasserzustände in einigen Teilen des Landkreises unterschiedliche Auflagen nach sich zieht, führte zu Diskussionsstoff. Fritz Beißer gab Auskunft über Verschiebungen bei den Sperrfristen zur Gülleausbringung, bei der Anrechnung von Ausbringverlusten und kommenden Auflagen bei der Gülleausbringtechnik. Außerdem werden Änderungen aufgrund der gesetzlichen Umsetzungen nach dem Volksbegehren „Rettet die Bienen“ auf die Betriebe zukommen. Er riet den Betrieben, sich zeitnah zu informieren, inwieweit jeder Betrieb von den Vorgaben betroffen ist. Die Düngeverordnung müsse ernst genommen werden, um weitere Verschärfungen zu verhindern, die derzeit schon diskutiert werden.

Christian und Stefan Rammler in Bechhofen, die den landwirtschaftlichen Betrieb ihrer Eltern vor zwei Jahren übernommen haben, erläuterten im Anschluss daran, was sie auf den Ackerflächen gemacht haben. Die als Ganzpflanzensilage geerntete Triticale wurde mit der Scheibenegge und dem Grubber bearbeitet. Danach wurden Ende Juli mit der Drillmaschine ohne weitere Düngung, da die Flächen in Bechhofen im Wasserschutzgebiet liegen, die verschiedenen Zwischenfruchtmischungen gesät.

Schnelle Bodenbearbeitung spart Wasser

Als Erfahrung stellten die Landwirte fest, dass eine schnelle und flache Bodenbearbeitung nach der Ernte der Vorfrucht wegen der Störung des Kapillarflusses Wasser spare. Gleiches gelte für einen hohen Humusgehalt, der die Wasserspeicherfähigkeit verbessere. Erkenntnisse, die gerade in den trockenen Jahren 2018 und 2019 eine große Bedeutung hatten.

Zwischenfrüchte haben viele positive Eigenschaften, so David Pfisterer, derzeit Anwärter am AELF Ansbach. Vorteile bieten Zwischenfrüchte gerade bei der Lockerung, Stabilisierung und Wasseraufnahmefähigkeit der Böden. Darüber hinaus lockern sie die Fruchtfolgen, können Nährstoffe aufnehmen und dienen gerade im Herbst als Nahrung für verschiedenste Insekten sowie als Äsungs- und Schutzflächen für Niederwild und Vögel. Schließlich können sie auch dazu beitragen, Auflagen in Sachen ökologischer Vorrangflächen im Rahmen des Greenings zu erfüllen. Die Aktivität von Regenwürmern als Bodenlockerer hängt von der Verfügbarkeit an Nahrung für diese Lebewesen ab. Die Zwischenfrüchte sollen über den Winter stehen bleiben und abfrieren, sodass im Frühjahr ohne Einsatz des Pfluges in den Mulch Mais eingesät werden kann. Schließlich beugt eine gute Bedeckung des Bodens Erosionen durch Wind und Wasser vor. Angesprochen wurde zudem die Anlage von ausreichend breiten Pufferstreifen zu ständig oder periodisch wasserführenden Gräben beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln.

Komponenten der Zwischenfruchtmischungen

Bei der Führung wurden insgesamt acht verschiedene Kombinationen von Zwischenfrüchten mit teilweise zwölf bis 15 Komponenten angesprochen. Mehrere Komponenten sorgen dafür, dass sich je nach den Bedingungen Stärken und Schwächen einzelner Pflanzen ausgleichen. Bewährt habe sich Phacelia, die sich in Fruchtfolgen neutral verhält und keine negativen Auswirkungen auf andere Pflanzen habe in der Mischung mit Alexandrinerklee und Ramtill-Kraut.

Manche Arten haben eine schnelle Jugendentwicklung und bedecken daher den Boden schnell, sind aber auch kälteempfindlich wie das Ramtillkraut oder der Buchweizen. Tiefwurzler wie Ölrettich, dagegen können Verdichtungen im Boden aufbrechen.