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Verpflegung

Zentrale Großküche für mehrer örtliche Einrichtugen

Blick in die Frischeküche: (v.l.) Bürgermeister Roland Schmitt, Kindergarten-Leiter Sven Krönlein, Armin Köhler vom Johannesverein, Küchenchefin Katja Zeitler, zweiter Bürgermeister Klaus Friedrich, Volkmar Halbleib (MdL) und Landrat Thomas Eberth.
Sabine Dähn Siegel
am Montag, 07.11.2022 - 07:45

Das „Rottendorfer Modell“ ist eine Großküche, die das Essen für den Nachwuchs mehrerer örtlicher Einrichtungen zubereitet. Sie nimmt nun den Betrieb auf.

Rottendorf/Lks. Würzburg Das „Rottendorfer Modell“ war und bleibt ein Mammutprojekt. „War“, weil das jetzt eröffnete Vorzeigeobjekt in der Gemeinde unter den ersten in Bayern sein dürfte: Eine Großküche, die das Essen für den Nachwuchs mehrerer örtlicher Einrichtungen zubereitet. Die Kinder des neuen „Kinderhauses am Grasholz“, in dem die Küche untergebracht ist, zählen dazu sowie die Kinder eines weiteren Kindergartens und die Jungen und Mädchen, die die Mittagsbetreuung der Grundschule besuchen. Im Gespräch ist die Ausweitung der Essenszubereitung und -anlieferung für einen benachbarten Kindergarten. Ausgeliefert werden soll das Essen dann mit einem E-Auto, das von der Gemeinde bereits bestellt wurde.

Neubau für rund 7 Mio.€.

Dass es ein Mammutprojekt bleibt, wurde bei den Eröffnungsreden und der Besichtigung der Küche deutlich. Die Kosten für den Bau und die Einrichtung in Höhe von etwa 900 000 € schultert die Gemeinde, die Gesamtkosten des Neubaus belaufen sich auf rund 7 Mio. €.

Laut Kita-Leiter Sven Krönlein bietet die Mehrheit der Kindergärten in Bayern zwar ein warmes Mittagessen an, doch es hapert oft an der Qualität. „Zerkochte Pampe“ ohne viel Nährwert entspreche nicht den bayerischen Leitlinien für (gute und nachhaltige) Kitaverpflegung, die sich mit Gesundheit, Wertschätzung, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit umreißen lassen.

Noch Kapazitäten frei

Diesem Kerngedanken sieht sich das Rottendorfer Modell verpflichtet. An jedem Kindergartentag kochen vier Mitarbeitende unter der Leitung von Küchenchefin Katja Zeitler in der Großküche, eine Fläche von insgesamt 300 m² einnimmt. Etwa 300 Essen kommen frisch auf den Tisch, bis zu 500 könnten es sein, „wir haben also noch Luft nach oben“. Das Service-Paket Verpflegung umfasst Frühstück, warmes Mittagessen und Nachmittagssnack, wofür pro Tag und Kind 5,50 € zu zahlen sind.

Das Verpflegungskonzept entstand durch die Teilnahme des Projektteams des Johannesvereins am Coaching Kitaverpflegung, einem Angebot des bayerischen Landwirtschaftsministeriums und mit Unterstützung von Gwendolin Hammer von der Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung Unterfranken am Landwirtschaftsamt Kitzingen Würzburg. Die Richtung war also vorgegeben: qualitativ hoch- und vollwertige Speisen, am besten in Eigenproduktion und weitestgehend ohne Convenience-Produkte zubereitet aus regionalen und saisonalen Lebensmitteln – möglichst in Bio-Qualität.

Überwiegend vegetarische Gerichte, wöchentlich einmal Fisch und/oder Fleisch – aus Rücksicht auf Kinder aus anderen Kulturen jedoch keines vom Schwein – stehen auf dem Speiseplan. Diesen erstellt Küchenchefin Zeitler für zwölf Wochen im Voraus, behält sich je nach Angebot und Qualität der Waren aber auch Änderungen vor. Abwechslungsreich, nahr- und schmackhaft müsse die Ernährung sein, denn sie spiele eine große Rolle für die Gesundheit und präge frühzeitig die Essgewohnheiten der Kinder. „Essen als Erlebnis“, lautet ihr Credo.