Flurschäden

Wildschweine: Mehr Maisschäden

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Fritz Arnold
am Montag, 23.09.2019 - 12:50

Die Schwarzwildbestände sind deutliche erhöht. Der BBV-Kreisverband Roth hofft auf Drückjagd.

Brunnau/Lks. Roth - Vergangenes Jahr hatten die Landwirte im Bereich zwischen Allersberg und Roth vor allem Schäden durch Wildschweine im Grünland zu beklagen. Jetzt aber summieren sich die Schäden im Mais enorm, nach dem die heranreifenden Maiskolben für Keiler, Sauen und Frischlinge Leckerbissen darstellen. Für Landwirte und Jagdsachverständige ist dies ein deutliches Zeichen, dass sich die Bestände beim Schwarzwild deutlich erhöht haben. Kreisobmann Thomas Schmidt und Daniel Meier von der Geschäftsstelle des Bauernverbandes in Roth luden deshalb betroffene Landwirte und Jäger zu einer Besichtigung der in diesem Ausmaß noch nicht vorgekommenen Schäden ein. Mit dabei MdL Volker Bauer, der auch Bezirksvorsitzender im Landesjagdverband ist sowie der Kreisjagdberater Ernst Heinlein.

Kreisobmann Thomas Schmidt vom Bayerischen Bauernverband beklagt, dass im gesamten Landkreis der Wildschweinbestand und die davon verursachten Schäden zu hoch sind. Doch nirgends sei es so gravierend wie im Bereich Allersberg und Roth. Im am stärksten betroffen Bereich nahe Brunnau lagen auf einem Acker mit einem Hektar die Hälfte der Maisstengel am Boden, nachdem sich hier die Sauen und ihr Nachwuchs am milch- und teigreifen Mais gütlich getan hatten.

Im Durchschnitt wurden bei dem Treffen die Schäden im Mais auf rund 1000 €/ha beziffert. Bei dem Schaden geht es aber nicht nur um die Ernteverluste. Problematisch ist auch, dass die am Boden liegenden Kolben bei der Bodenbearbeitung vergraben werden. Die Wildschweine wühlen sie später wieder heraus und schädigen so die Nachfolgefrucht.
Der CSU-Landtagsabgeordnete Volker Bauer will angesichts der Schäden die Jagdpächter zu einer Besprechung zusammenrufen, um eine revierübergreifende Drückjagd zu organisieren. Ein Jäger in der Runde betonte aber einschränkend, dass er sich nur beteilige, wenn bei der Drückjagd keine Rehe geschossen werden. Wurde erst als Begründung genannt, dass dies nicht waidgerecht sei, wurden dann auf Nachfrage auch Risiken hinsichtlich der Haftung genannt, wenn Rehe bei der Drückjagd auf Straßen laufen und Unfälle verursachen. In diesem Zusammenhang wurde gegen den Staatsforst der Vorwurf erhoben, dass dort zu wenig gegen den Bestand an Schwarzkitteln getan werde. Ein Anwesender sprach vom Staatsforst als einer Aufzuchtstation für Wildschweine.
Der bei Brunnau zuständige Jagdpächter Jörg Eyselein berichtete, dass er pro Jahr 15 bis 32 Wildschweine erlege. Doch mehr sei nicht zu schaffen, auch wenn er fast jede Nacht lange draußen sitze. In dem Revier sei vermutlich eine Rotte mit 25 Tieren unterwegs und ebenso viele auf der gegenüberliegenden Straßenseite.
Wie weiter berichtet wurde, helfen auch Schussschneisen nur begrenzt weiter, weil die Tiere auf der anderen Seite wieder ins Maisfeld kommen, nachdem ein Schwarzkittel erlegt wurde. Als ein Problem im Landkreis bezeichnet wurde der Rothsee, in dessen Schilfgürtel sich viele Wildschweine ungefährdet aufhalten können.