Spatenstich

Wichtige Investition in den Hochwasserschutz

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Externer Autor
am Montag, 25.10.2021 - 06:14

Das Boden:ständig-Projekt soll Menschen und ihre Heimat vor Hochwasser schützen. Ein Landwirt stimmte hierfür einem Flächentausch zu.

Acholshausen/Lks. Würzburg Menschen und ihre Heimat vor Erosion und Hochwasser schützen und gleichzeitig für Pflanzen und Tiere ein attraktives Zuhause schaffen? Doch, das geht. Wie, das zeigt ein Projekt nordwestlich von Acholshausen, einem Ortsteil der Gemeinde Gaukönigshofen, zu dem jetzt der Spatenstich erfolgte. Die Gesamtinvestition ist veranschlagt mit 167 000 €, der Freistaat steuert 60 000 € bei, den Rest trägt die Gemeinde.

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Das Projekt ist die erste Maßnahme der kommunalen boden:ständig-Initiative (b:s) Würzburg Süden, durch das Boden- und Wasserrückhalt in den Ackerlagen des Ochsenfurter Gaus verbessert werden sollen. Besonders ist es zudem, weil die Zusammenarbeit aller Beteiligten – vom Landwirt bis zu den beteiligten Fachbehörden und dem Bauunternehmen – vor Ort als „pragmatisch und unkompliziert“ beschrieben wurde.

Karl Barthel war Eigentümer des für die Maßnahme infrage kommenden Grundes, einer rund 0,4 ha großen Ackerfläche. Er hat einem vom Amt für ländliche Entwicklung (ALE) geleiteten freiwilligen Landtausch mit der Gemeinde zugestimmt und damit die Voraussetzung für den Bau geschaffen.

Und das, obgleich er eine landwirtschaftliche Halle direkt an dem jetzt der Gemeinde gehörenden Flurstück habe und der Tausch seine Arbeit „umständlicher“ mache.

Eine dauerhafte Lösung finden

Doch dass dauerhafte Lösungen für den Wasserrückhalt gefunden werden mussten, war spätestens seit Mai 2016 klar. Ebenso wie weitere Ortschaften im Ochsenfurter Gau war das dreiseitig von steileren Hängen umrahmte Acholshausen damals – ein zweites Mal nach 2013 – von Überflutungen infolge von Starkregenereignissen heimgesucht worden. Selbst schwach geneigte Geländerinnen und -mulden hatten sich aufgrund der hohen Niederschlagsmengen in kurzer Zeit zu reißenden Wasserströmen entwickelt. Ungebremst abfließendes Oberflächenwasser und erodierter Ackerboden hatten Keller geflutet, Straßen und Hofflächen überspült. „Der Schaden war immens“, sagte Bürgermeister Johannes Menth.

Er betonte, dass der jetzt erfolgende Bau der Rückhaltung nur ein „Baustein“ von mehreren sei. Das, so merkte Menth kritisch an, könnte auch bei einem weiteren Problem helfen: Der Gaukönigshofener Ortsteil Eichelsee sei in diesem Juni dreimal nach Starkregen überflutet worden, „die staatliche Soforthilfe wird aber nur für Schäden, die aus dem Juli-Unwetter resultieren, gezahlt“.

Ein „Vorzeigeprojekt“ geschaffen

Die stellvertretende Landrätin Christine Haupt-Kreuzer nannte die b:s-Maßnahme ein „Vorzeigeprojekt“. Sie begrüßte, dass im Würzburger Süden ähnliche Maßnahmen in Eßfeld und Winterhausen, den jüngst ebenfalls von schweren Unwettern betroffenen Orten, vorbereitet werden.

Wie wichtig Wasserrückhalt sei, machte auch Michaela Kaniber deutlich. Zudem betonte sie, dass Regenrückhalt „nicht nur auf dem Rücken der Landwirte“ erfolgen dürfe. Kaniber plädierte dafür, die Flächenversiegelung auch im Bereich Wohn- und Gewerbebau zu vermindern. Joachim Omert vom ALE informierte darüber, dass ganz in der Nähe erst kürzlich Schwarzerde entdeckt worden ist. Sabine Dähn-Siegel