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Blick über den Tellerrand

Die weiße Lupine: Heimisch und wertvoll

Jahreshauptversammlung 2022: 1. Vorsitzender Andreas Forster (M.) dankt den Referenten Georg Schauer (l.) und Markus Heinz.
Erzeugergemeinschaft für Qualitätsraps
am Montag, 14.11.2022 - 10:08

Die Raps-Erzeugergemeinschaft informiert sich über die Situation der Landwirtschaft in der Ukraine.

Wolframs-Eschenbach/Lks.Ansbach Im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Erzeugergemeinschaft für Qualitäts-Raps Mittelfranken w.V. konnten sich alle Mitglieder und interessierten Landwirtinnen und Landwirte über die aktuelle Situation in der Ukraine und zudem über Eiweißlieferanten aus heimischer Produktion informieren. Die Erzeugergemeinschaft vertritt mit ihren 350 Mitgliedern Rapsanbauer in Mittelfranken. Durch die Vermarktungsmöglichkeit über das Poolsystem, die Vermittlung von Vorkontrakten und den gemeinsamen Raps- und Zwischenfrucht-Saatgutbezug bietet sie attraktive Vorteile für die Mitglieder.

„Die Landwirtschaft in der Ukraine hat ihre Produktivität deutlich ausgebaut“, erklärt Georg Schauer. „30 Prozent des weltweit gehandelten Sonnenblumenaufkommens und rund 4 Prozent des Rapsaufkommens stammen aus der Ukraine“, so Schauer weiter. Er ist Landwirt und Lehrbeauftragter an der Hochschule in Triesdorf. Die Hochschule in Triesdorf selbst arbeitet bereits seit über 20 Jahren mit der Sumy National Agrarian University im Nordosten der Ukraine zusammen und pflegt intensive Kontakte.

Lagerstätten sind gefüllt

Aufgrund des Krieges konnten nur rund 10 % der sonst üblichen Exportmenge vermarktet werden, die meisten Lagerstätten sind noch gefüllt. „Viele Landwirte wissen nicht, wo sie ihre Erntemengen bei den vollen Lagern unterbringen können“. Schauer vermutet, dass die Anbaufläche an Winterkulturen, Raps und Winterweizen eher rückgängig sein wird, da viele Landwirte erst die weitere Entwicklung abwarten werden. Dadurch könnte sich die am Weltmarkt verfügbare Erntemenge weiter reduzieren.

Markus Heinz, Leiter der Abteilung Pflanzenbau an den Landwirtschaftlichen Lehranstalten (LLA) in Triesdorf, hielt einen Vortrag über heimische Eiweißpflanzen. Als besonders vielversprechend stellte sich in den Versuchen der LLA Triesdorf die weiße Lupine heraus. Sie kann sowohl in der Fütterung für Geflügel und Rinder, als auch in der Schweinefütterung und in Aquakulturen eingesetzt werden. In der Humanernährung liefere sie für den Menschen wertvolle Proteine und hochwertige Aminosäuren. Heinz empfiehlt, bereits im Vorfeld Kontakt zu möglichen Verarbeitern aufzunehmen.

Erfolgreiches Poolsystem

In seinem Bericht blickte der Vorsitzende der Raps-EG Andreas Forster auf die Vermarktung der Rapsmenge aus der Ernte 2021 zurück. „Über das Poolsystem der EG konnte ein sehr guter Preis erzielt werden“, resümiert Forster. Der Mehrerlös bei Vermarktung über das Poolsystem liegt in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr bei über 20 %. Mit dem Poolsystem können Preisspitzen an der Börse besser genutzt werden.

Nach 5-jähriger Amtszeit stand die Neuwahl der Beiratsmitglieder an: Tobias Niklas aus Dietenhofen im Landkreis Ansbach, Friedrich Steinacker jun. aus Lentersheim, und Friedrich Weberndörfer aus Röckingen wurden gewählt.