Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Bayerische Winzer

Weinlesebilanz: Überraschungsjahrgang sorgt für zufriedene Gesichter

Sie stellten die Bilanz der Weinlese 2022 vor:(v. l.) Beate Leopold, Geschäftsführerin Weinbauring Franken, Weinbaupräsident Artur Steinmann, der Leiter der Kellereifachberatung Hermann Mengler, Weinkönigin Eva Brockmann und Arbeitsbereichsleiter Dr. Matthias Mend von der Landesanstalt für Wein- und Gartenbau.
Gaby Brendel
am Freitag, 14.10.2022 - 07:24

Heuer zog der Fränkische Weinbauverband bereits Anfang Oktober Bilanz. In der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) präsentierten Beate Leopold, Geschäftsführerin des Weinbaurings Franken, Hermann Mengler, Leiter der Kellereifachberatung beim Bezirk Unterfranken, Dr. Matthias Mend von der LWG sowie Weinbaupräsident Artur Steinmann Zahlen und Fakten zum Weinjahr 2022 und stellten dabei auch die ersten Jungweine vor.

Weinkönigin Eva Brockmann war von der Verkostung beeindruckt: „Die ersten Jungweine präsentieren sich vielversprechend.“

Veitshöchheim/Lks. Würzburg - Zum aktuellen Zeitpunkt gehen die Experten für 2022 von einer marktkonformen Weinerntemenge in Höhe von durchschnittlich rund 75 hl/ha (insgesamt ca. 456 000 hl) in Franken aus. Die Qualität kann sich mit einem durchschnittlichen Mostgewicht von 85 Grad Oechsle sehen lassen. Das endgültige Ergebnis wird allerdings erst nach Auswertung aller Weinerzeugungsmeldungen feststehen.

Nach einem warmen Winter mit überdurchschnittlichen Niederschlagswerten begann im April die lang anhaltende Trockenheit, die sowohl die Reben als auch die Winzerinnen und Winzer herausgefordert hat. Während sich die älteren Rebanlagen aufgrund ihrer tiefen Wurzeln ganz gut gegen die Trockenheit behaupten konnten, mussten die jüngeren Rebstöcke über längere Zeit bewässert werden. Die zweite große Herausforderung war die extrem große Hitze. Einige Rebsorten zeigten deutliche Schädigungen durch Sonnenbrand.

Qualität des Wein-Jahrgangs: Es gibt nichts zu meckern

Die Eisheiligen bereiteten in diesem Jahr keine Probleme und die Rebenentwicklung erfolgte zügig. So fand die Vollblüte 14 Tage eher als 2021 statt und die ersten Trauben konnten bereits im August geerntet werden. Kurz nach Lesebeginn kam dann im September der langersehnte Regen zusammen mit kühleren Temperaturen.

„Wir sind wirklich überrascht, dass trotz der Trockenheit ein solcher Jahrgang entstanden ist“, berichtet Weinbaupräsident Artur Steinmann. Fachberater Hermann Mengler: „Es gibt nichts zu meckern! Wir hatten ganz gesundes Traubenmaterial, das ist das Wichtigste. Schlank ist Trumpf.“ Mengler erwartet in der Mehrzahl elegante, gradlinige und lupenreine Weine.

Obwohl die Erntemenge passt, wird es beim Wein wohl zu moderaten Preiserhöhungen kommen. „Es hängt nicht mit dem Jahrgang 2022 zusammen, sondern ergibt sich aus der Summe der höheren Lohnkosten und der gestiegenen Preise für Flaschen, Etiketten und vieles andere“, erklärt Artur Steinmann.