Digitalisierung

Der Weinbau im Freistaat wird digital

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Redaktion Wochenblatt
am Mittwoch, 20.10.2021 - 08:28

Die Winzer in Bayern setzen zunehmend auf digitale Techniken und Softwarelösungen. Viele davon sind überaus innovativ und kreativ.

Alzenau-Michelbach Der Weinanbau in Bayern wird immer digitaler. Wie Bayerns Digitalministerin Judith Gerlach und Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber bei einem Ortstermin im unterfränkischen Alzenau erklärten, setzen die bayerischen Winzer zunehmend auf digitale Techniken und Softwarelösungen: Von Wetterprognosen per Künstlicher Intelligenz bis zum drohnengestützten Pflanzenschutz von Rebstöcken oder einer App für den fränkischen Weintourismus.

Michaela Kaniber und Judith Gerlach

Zu den neuesten eingesetzten Geräten im Weinbau gehören beispielsweise semiautonom-fahrende Schlepper, die ihr Umfeld per Laserscanner in Echtzeit abtasten. Dadurch wird ein effektives Beikrautmanagement ohne Einsatz von Herbiziden ermöglicht. Das führt zur Arbeitserleichterung beim Winzer, erhöht Wirtschaftlichkeit und Qualität und schützt die Natur. 

Zum Einsatz kommen außerdem Drohnen mit Spritztank. Vor allem in Steillagen müssen so Pflanzenschutzmittel nicht mehr manuell mit der „Buckelspritze“ ausgebracht werden, sondern können sehr zielgenau und effizient eingesetzt werden. Das spart Pflanzenschutzmittel und schont die Umwelt. Das sind wesentliche Faktoren, die beim Erhalt der Kulturlandschaft, der auch für den Tourismus wichtigen Terrassenweinberge helfen, die sonst häufig unrentabel wären.

Auch bei der Anbauplanung kommen zunehmend digitale Hilfsmittel zum Einsatz. So erhalten Winzer etwa mit dem Digitalen Weinlagenatlas online parzellengenaue Informationen zu Wetterdaten, beispielsweise Frostwarnungen oder Infos über zu viel Trockenheit. Mit dem System Vitimeteo können Prognosen über Befallsrisiken für verschiedene Krankheiten oder Schädlinge abgerufen werden, teilte das Landwirtschaftsministerium mit.

Grundlage dafür seien Witterungsdaten des Wetterstationsnetzes Franken. Mit Hilfe der Anwendung Vitimonitoring erhalten die Winzer bei Bedarf tagesaktuelle Darstellungen der tatsächlichen Befallssituation. Auch diese digitale Lösung trägt zu einem sparsameren Einsatz von Pflanzenschutzmitteln bei.

Zahlreiche digitale Entwicklungen

Weinberg

Grundlage für diese digitalen Weinbauhilfen seien auch Pilot- und Forschungsprojekte der Bayerischen Staatsregierung. So sei etwa das Bayerische Staatsministerium für Digitales im Rahmen der Initiative „Klimaland Bayern“ beauftragt, den Schwerpunkt „KI für Klimaschutz“ zu einem europäischen Exzellenzzentrum zu entwickeln. Im Rahmen des Projekts BigData@Geo der Julius-Maximilians-Universität Würzburg werde Künstliche Intelligenz beispielsweise eingesetzt, um regionale Erdsystemmodelle und lokale Sensordaten zu kombinieren. So soll eine noch nie dagewesene Genauigkeit bei Vorhersage und Analyse von Umweltdaten erreicht werden.

Digitalministerin Judith Gerlach betonte laut einer Mitteilung des Digitalministeriums: „Künstliche Intelligenz ist eine großartige Sprunginnovation. Über immer bessere Prognosetools kann damit auch der Weinbau profitieren und stetig optimiert werden. Deshalb setzen wir hier einen thematischen Schwerpunkt.“

An der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau werden zahlreiche digitale Entwicklungen in mehrere Forschungsprojekte integriert und in Zusammenarbeit mit den Herstellern für die Anwendung in der Praxis weiterentwickelt.

(Ein Artikel auf Basis einer Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten)