Willkür

Waldrodung ohne Zustimmung des Besitzers

Wald-gerodet-BBV-MSP_LF
Elmar Konrad
am Donnerstag, 19.11.2020 - 10:46

BBV und Eigentümer entsetzt: Ein Waldbereich wurde ohne Information und Einwilligung für einen LKW-Ausweichplatz gerodet.

Im Eußenheimer Wald wurden bei Voruntersuchungen zur B26n rund 70 m² junger Wald gerodet und als Ausweichplatz für Lkw geschottert. Dass der Eigentümer weder vorher noch nachher informiert wurde, stört auch den Bauernverband als Vertreter der Grundbesitzer.

Nur durch Zufall entdeckt

Nur durch Zufall entdeckte Thomas Binner aus Eußenheim, dass sein Waldgrundstück im Flurteil „Schönarder Berg“ auf einer Fläche von rund 70 m² neben dem Weg gerodet und geschottert wurde. Gut dass er wusste, dass dort Voruntersuchungen zum Bau der B 26n durchgeführt wurden und die dafür beauftragte Firma bereits einen schlechten Ruf bei Landwirten hinterließ. Schon im letzten Jahr hatte Binner Schäden an einem Acker zu verzeichnen, weil die gleiche Firma nicht den nebenan liegenden Weg nutzte, sondern über seinem Acker abkürzte.

Keinerlei An- oder Nachfragen

Auch wenn Binner gleich eine Entschädigung angeboten wurde, so ärgerte ihn und den Bauernverband diese Vorgehensweise. „Grundbesitzer haben ein Recht vor den jeweiligen Maßnahmen informiert zu werden“, sagt Elmar Konrad, Geschäftsführer des Bauernverbandes. Dass dies nicht einmal danach erfolgte, sei unverzeihlich und zerstöre jegliches Vertrauensverhältnis.

Auch die in Auftrag gebende Behörde trage eine Mitverantwortung und solle deshalb die Firmen mit großer Sorgfalt aussuchen. Bei sämtlichen Baumaßnahmen setzt sich der Bauernverband für die Rechte der Grundeigentümer ein und bekommt stets die Zusage, dass vorherige Informationen erfolgen, so Konrad.