Pferde

Waldarbeit mit zwei PS

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Lorenz Märtl
am Montag, 02.09.2019 - 15:47

Knoblauchsländer Pferdefreunde zeigen Arbeit rund ums Holz.

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Zwei Dinge sind untrennbar mit dem Knoblauchsland verbunden: der Gemüseanbau und die Pferde. In der Bewirtschaftung spielen letztere zwar keine Rolle mehr, aber die Verbundenheit zu den treuen Vierbeinern ist geblieben. Einige Gemüsebauern haben sich mit ihnen zwischenzeitlich eine zweite Einkommensquelle geschaffen. Die prächtigen Kaltblüter aus dem Knoblauchsland, die bei Kirchweihen und anderen Festumzügen vor die Wägen gespannt werden, kennt man in ganz Bayern und weit darüber hinaus. Wahre Enthusiasten sind Leute wie z. B. der Vorstand der Knoblauchsländer Pferdefreunde, Heinz Lehneis, in dessen Stall 16 prächtige Rösser stehen, die auch die Postkutsche beim Nürnberger Christkindlesmarkt ziehen.
Einmal im Jahr stehen die Pferde ganz besonders im Mittelpunkt, wenn die Knoblauchsländer Pferdefreunde zum traditionellen Pferdetag in Buch einladen, der auch heuer bei herrlichem Wetter ein wahrer Besuchermagnet war. Eigentlich kein Wunder, verstehen es die Organisatoren doch ausgezeichnet, das Pferd in seiner Vielfalt alljährlich aus einem anderen Blickwinkel zu präsentieren. Wenn dann dazu noch ein eingefleischter „Gaulerer“, wie der 2. Vorstand Erich Kißlinger, durch das Programm führt, ist das immer wieder ein Erlebnis. Aus ihm spricht breites Wissen und jahrelange Erfahrung im Umgang mit den Kaltblütern. Er kennt auch noch die alten Arbeitstechniken mit Pferden. Heuer lag der Schwerpunkt auf dem Thema „Rund ums Holz – das Pferd in Wald und Flur“. Ein Glücksfall, dass im Knoblauchsland neben der Liebe zu den Pferden auch die alten Arbeitsgeräte erhalten blieben. Wo sonst sieht man heute noch ein eisenbereiftes Langholzfuhrwerk oder ein solches mit Lenkachse hinten? „Eine echte Rarität“, erzählt Kißlinger. Das Gespann hat Fuhrmann Stefan Fleischmann fest im Griff, der auch das Knallen mit der Peitsche wie kein anderer beherrscht. Damit wurden früher wie heute nicht die Pferde bestraft, sondern Signale für andere Fuhrleute gegeben.
Erleben konnte man auch, wie das Holzrücken funktioniert und wie man schwere Stämme auf das Fuhrwerk bekommt. Mit Hilfe von zwei nervenstarken Haflingern unter Regie des aus Warngau angereisten Holzerers Sepp Huber klappte es wie am Schnürchen.
Aber auch andere Reminiszenzen an längst vergangene Zeiten in der Landwirtschaft wurden wach, als Pferde Odel- und Mistwagen und andere landwirtschaftliche Geräte wie Kartoffelschleudern, Pflug und Grubber, für deren Bewegung früher ein oder zwei Pferdestärken ausreichend waren, durch den Ring zogen. Nicht fehlen durften die prächtigen Wägen mit den Erzeugnissen aus dem Knoblauchsland.
Eine Augenweide waren auch die zahlreichen Kutschen mit vorgespannten Percherons, Haflingern, Friesen und Ponys, wobei man nicht nur die Könner an den Zügeln im Ring bestaunen konnte, sondern auch selbst das Feeling einer gemütlichen Kutschfahrt durch die Flur des Knoblauchslandes genießen konnte.
Was man Pferden beibringen kann erlebten die begeisterten Zuschauer bei der Freiheitsdressur eines Mini-Shettys von Bianca Kuhbandner, einer Quadrille mit Kaltblütern, geritten von jungen Reiterinnen der Pferdefreunde und bei der Kutschenquadrille der Auracher Pferdefreunde.
Dass Ponys zwar größenmäßig gegenüber mächtigen Kaltblütern als Zwerge erscheinen hat aber keinen Einfluss auf die Geschwindigkeit was man im direkten Vergleich der an Kampfwagen vorgespannten Vierer-Teams, gelenkt von Thomas Kuhbandner und Thomas Drechsler, feststellen konnte. Wer nicht dabei war sollte sich den dritten Sonntag im August des nächsten Jahres vormerken.