Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Soziale Landwirtschaft

Vorbildliche Integration

Integrationsbemuehungen_LF
Lorenz Märtl
am Freitag, 08.04.2022 - 08:52

Aus dem Mund der Integrationsbeauftragten der Staatsregierung gab es Lob für die vorbildliche Arbeit des BBV-Kreisverbandes Nürnberg Stadt.

Als „vorbildlich und preiswürdig“ wertete Gudrun Brendel-Fischer, Integrationsbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, die vielfältigen Integrationsbemühungen des BBV-Kreisverbandes Nürnberg für Fremd- und Saisonarbeitskräfte aus Osteuropa sowie Flüchtlinge aus der Ukraine. Zusammen mit der Stimmkreisabgeordneten für Nürnberg-Nord, Barbara Regitz, ließ sie sich auf dem Betrieb Gemüsebau Höfler GbR von BBV-Kreisobmann Peter Höfler und Geschäftsführer Jochen Loy darüber informieren.

Dass man im Knoblauchsland die enormen Herausforderungen so gut gemeistert hat, erklärt Jochen Loy damit, „dass wir nicht nur vorangegangen und unseren eigenen Weg gesucht, sondern alle mitgezogen haben“. Dies unterstreicht auch Peter Höfler und erinnert an die Aktion, über die im letzten Jahr angesichts der coronabedingten Beschränkungen die Fremdarbeitskräfte per Flugzeug einreisten und der Nürnberger Flughafen als Drehscheibe für Süddeutschland eine große Rolle spielte. Da sei die Geschäftsstelle des BBV federführend gewesen „und wir haben uns darum gekümmert, dass auch die kleineren Betriebe ihre Arbeitskräfte bekommen haben“. So wusste man von Anfang an, wer da ist, was auch für die späteren Impfaktionen, ebenfalls initiiert vom BBV in Nürnberg, von großem Vorteil war.

Ein Angebot für alle

„Wir wollten aber ein Angebot für alle, vom Betriebsleiter bis zur Fremdarbeitskraft“, erinnert sich Jochen Loy an die erheblichen Anstrengungen dieses Ziel „unter Befreiung der Priorisierung“ zu erreichen. Die Bemühungen waren letztendlich von Erfolg gekrönt und von den Betrieben und Beschäftigten wurde das Angebot gerne angenommen. Loy sagt: „So haben sich fast alle impfen lassen, vom Chef bis zum Saisonarbeiter. Das war ein Bild der Geschlossenheit.“

Mit der Gesundheitsbehörde der Stadt Nürnberg, die einen eigenen Ansprechpartner für die Gruppe der Erntehelfer hat, habe man sehr gut zusammengearbeitet. Bei der Besetzung der Impfteams war stets gewährleistet, dass jeder Impfwillige in seiner Muttersprache aufgeklärt werden konnte. „Es war anstrengend, aber es hat sich gelohnt“, fasst Höfler die erfolgreichen Impfaktionen zusammen, denn die Infektionen auf den Betrieben lagen weit unter dem Durchschnitt der Gesamtbevölkerung. Bewährt hätten sich auch die durchdachten Hygienekonzepte der einzelnen Betriebe, die man in der jeweiligen Landessprache den Beschäftigten vermittelte.

Loy und Höfler lobten in diesem Zusammenhang die Tätigkeit der Prüfteams von AELF, BBV und SVLG nach dem Motto „viel Prävention, weniger Kontrolle“.

Als Chance sehen

Auch im Knoblauchsland sind die ersten Flüchtlinge aus der Ukraine angekommen. Vereinzelt sind sie auch in Unterkünften der größeren Betriebe untergebracht. Man war sich einig, dies auch als Chance für dringend benötigte Arbeitskräfte zu sehen, denn viele wollen arbeiten. Da es sich aber in der Mehrzahl um Frauen mit Kindern handelt, bedarf es einer Möglichkeit der Kinderbetreuung, während die Mütter arbeiten. Und wie man den BBV-Kreisverband Nürnberg Stadt kennt, wird er auch hier eine gute Lösung finden. Sowohl Gudrun Brendel-Fischer, als auch Barbara Regitz, sagten ihre Unterstützung zu. Ebenso wollen sie sich dafür einsetzen, das einzelbetriebliche Agrarförderprogramm auch wieder für Gartenbaubetriebe zu öffnen.