Schlachtvieh

Viele Vorschriften trüben die Freude

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Peter Pfannes
am Dienstag, 24.03.2020 - 08:51

Die UEG Franken/Bayern zieht in ihrer Hauptversammlung in Hörblach Bilanz

Hörblach/Lks. Kitzingen - „Die Preise sind derzeit für die Ferkelerzeuger und Schweinemäster sehr gut“, zeigte sich Alfons Konrad zufrieden. Der Vorsitzende der Unabhängigen Erzeugergemeinschaft für Qualitätsferkel, Qualitätsnutzvieh und Qualitätsschlachtvieh Franken/Bayern e. V. (UEG) bedauerte in der Gebietsversammlung der UEG allerdings, dass die Freude durch die Nutztierhaltungsverordnung und andere Vorschriften, die den Landwirten auferlegt werden, getrübt würde.

Im Mittelpunkt des gut besuchten Treffens in Hörblach standen die Neuwahlen des Vorstands. Aus dem bisherigen Vorstandsteam stellte sich Christian Schramm (Obermerzbach) nicht mehr zur Wahl. Als Vorsitzender wurde Alfons Konrad (Kürnach) wieder gewählt. Sein Stellvertreter bleibt Horst Graser (Rügheim). Komplettiert wird der Vorstand durch Geschäftsführer Frank Weidt (Hohenfeld) und Fabian Zeißner (Neuhof).

Vermarktungszahlen sinken

Weidt präsentierte die Vermarktungszahlen 2019 für Franken im Vergleich der letzten zehn Jahre, die durch die verschärften Richtlinien mit 91.553 Tieren weiter gesunken seien. Gründe für den Abwärtstrend seien Betriebsaufgaben und -umstellungen. Der Beitrag von 3 Cent pro Ferkel und 10 Cent pro Mastschwein, den die Landwirte an den Verein „Unsere Bayerischen Bauern“ (UBB) abgeben, werde über die Ferkel- und Mastschweineabrechnung erfasst und vierteljährlich weitergeben. Durch die Einnahmen könnten Imageprojekte in den sozialen Netzwerken sowie Verbrauchertouren durch Ställe, Radiospots, Aufkleber auf Bussen mit UBB und Berichte zu aktuellen Themen mitfinanziert werden. Weidt verwies auf die näher rückende Afrikanische Schweinepest.

Herbert Klein, Geschäftsführer der UEG Hohenlohe-Franken, servierte die Vermarktungszahlen der gesamten UEG-Gruppe für 2019. Die Ferkelerfassung sank gegenüber dem Vorjahr um 3,4 % auf 559.316 Tiere. Im Mastschweinebereich habe es ebenfalls einen Rückgang von 11,2 % auf 253.548 Tiere gegeben. 80 % der Mastschweine werden in den Schlachthof nach Crailsheim geliefert. „Davon gehen 185.000 Mastschweine an Edeka-Südwest“, sagte Klein. Seine Devise: Kurze Wegstrecken erhalten den Wert im regionalen Vermarktungsgebiet, somit die Wirtschaftskraft und schonen dazu die Ressourcen.

Anschaffung von Narkosegeräten steht an

Dr. Frederick Löwenstein, als Tierarzt bei verschiedenen Projekten der Landesanstalt für Schweinezucht (LSZ) Boxberg involviert, hielt einen Vortrag über Inhalations- und Injektionsnarkosen. Die Ferkelbetäubungssachkundeverordnung trat hierzu zum 17. Januar 2020 in Kraft. Löwenstein stellte verschiedene Narkosegeräte vor und warb für die Weiterbildungsangebote für Schweinehaltung an der LSZ und am Lehr-, Versuchs- und Fachzentrum Schwarzenau. Die Kosten für ein Narkosegerät liegen laut Löwenstein unter 10 000 €. Ein Antrag auf staatliche Förderung könne ab sofort gestellt werden.

Mirjam Lechner, die deutschlandweit im Forschungsbereich Schweinehaltung für die UEG unterwegs ist und Lösungen erarbeitet, berichtete über Ebermast und Improvac-Impfung gegen Ebergeruch. Die UEG Hohenlohe-Franken ist dazu an drei Forschungsprojekten beteiligt, bei denen Lechner stark involviert ist. Anhand einer Präsentation zeigte sie den Zusammenhang von Genetik und Nekrosen bei Schweinen. Sie wies auf die Schweinesignal-App mit Erklärvideos hin, die den Landwirten zeigen soll, was für ein Problem sie am Schwein haben und wie man es eventuell beheben kann. Über aktuelle Themen aus dem Fleischerzeugerring berichtete Fachberater Martin Fries vom Landwirtschaftsamt in Würzburg.