Geschichte

Utopie Landwirtschaft

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Externer Autor
am Freitag, 19.03.2021 - 14:38

Das Bauernmuseum Bamberger Land eröffnet die Saison mit einer Sonderausstellung.

Das Bauernmuseum Bamberger Land eröffnet die Saison 2021 am 26. März mit der Sonderausstellung „Utopie Landwirtschaft“. Ein spannender Rundgang erzählt von revolutionären Erfolgen, aber auch von Irrwegen in der Agrargeschichte, die bahnbrechende Auswirkungen – positive und negative – auf die Menschheit hatten. Ein Aspekt der Ausstellung sind beispielsweise Technikträume des 18. Jahrhunderts, die zu dieser Zeit ihren ersten Höhepunkt hatten: Mit visionären Erfindungen wollte man die Natur dienstbar machen, den Bauern die schwere Arbeit erleichtern und zugleich große Erträge erwirtschaften. Stellvertretend dafür steht eine Karikatur aus dem Jahr 1818 – sie zeigt die Idee eines selbstfahrenden Pfluges, gesteuert von einem Zigarre rauchenden Bauern. Eine damals utopische Vorstellung, die heute schon längst von der Wirklichkeit überholt wurde.

Lokalen Bezug nimmt die Ausstellung mit der unter Fürstbischof Franz Ludwig von Erthal begründeten Schweizerei in Seehof: In Mustergütern hoffte man durch die Einführung neuer Futterpflanzen und der ganzjährigen Stallhaltung auf Verbesserungen in Viehzucht und Milchwirtschaft. Die Nachfolger Erthals sahen jedoch keinen wirtschaftlichen Nutzen und beendeten den Modellversuch.

Ein Ausblick in die Zukunft

Neben vergangenen oder für uns bereits selbstverständlichen Aspekten und Utopien wird aber auch ein Ausblick in die Zukunft gewagt: Auf einem Tisch, appetitlich unter einer Glashaube angerichtet, finden sich Nahrungsmittel, die künftig zu unserer Versorgung beitragen könnten, beispielsweise Heuschrecken, Grillen und Mehlwürmer. Sie sind einfach herzustellende, proteinreiche Snacks und auf anderen Erdteilen ein selbstverständlicher Teil der Nahrung – vielleicht ein Weg, um das Ernährungsproblem einer auf bald zehn Milliarden Menschen ansteigenden Weltbevölkerung zu lösen?

Schweizerei in Seehof bei Memmelsdorf

Zum Mitmachen lädt ein Landwirtschaftssimulator ein, der bespielt werden darf und die Möglichkeiten der Landwirtschaft 4.0. zeigt: Automatische Fütterungsanlagen, gigantische Landmaschinen und Melkroboter unterstützen heute schon die Arbeit der Landwirte mit intelligenter Technik.

Der Ingolstädter Künstler Thomas Neumaier begleitet die „Utopie Landwirtschaft“ mit absurden Verfremdungen alltäglicher Gegenstände, wie einem windgetriebenen Butterfass oder dem Feldhubschrauber, der schon von weitem im Museumsgarten zu sehen ist.

Die Ausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt süddeutscher Freilichtmuseen. Ein Begleitband mit gleichem Titel ist im Museumsshop erhältlich und vertieft die Themen der Ausstellung.

Das Museum ist im Rahmen der geltenden Infektionsschutzmaßnahmenverordnung zu besichtigen, bei einer stabilen 7-Tagesinzidenz von 50 bis 100 wird um eine vorherige Terminbuchung unter Tel. 0951-869650 oder per E-Mail an bauernmuseum@lra-ba.bayern.de gebeten.