Rückblick

Der Umsatz ist eingebrochen

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Stephan Herbert Fuchs
am Montag, 17.05.2021 - 07:19

Die WBV Hollfeld hat es hart erwischt. Die Pandemie und der Borkenkäfer machen der Waldbesitzervereinigung schwer zu schaffen.

Hollfeld/Lks. Bayreuth Die Situation ist bei allen Waldbesitzervereinigungen die gleiche: Die Menge des vermarkteten Holzes ist gewaltig angestiegen, gleichzeitig sind die Erlöse immens eingebrochen. Schuld daran sind Corona und der Borkenkäfer. Ganz besonders hat es die WBV Hollfeld mit ihren knapp 1600 Mitgliedern aus den Landkreisen Bamberg, Bayreuth und Kulmbach erwischt. „Der Umsatz hat rapide abgenommen und ist um etwa ein Drittel eingebrochen“, sagt der Vorsitzende Christian Dormann. Gleichzeitig sei die Menge des für die Mitglieder vermarkteten Holzes von rund 25 000 auf etwa 30 000 fm angestiegen.

„Es war kein schönes Jahr“, blickt der Vorsitzende auf 2020 zurück. „Den Wald zu Grabe zu tragen, das ist eigentlich nicht das, was wir wollen“, sagt Dormann. Eine Berg- und Talfahrt habe es ja schon immer gegeben, aber nicht so extrem.

Nur mehr Einheitspreise geboten

Mehr als 90 % der vermarkteten Holzmenge seien Fichten gewesen, über zwei Drittel davon Schadholz. Doch manche Säger hätten gar nicht mehr unterschieden zwischen Käferholz und gesunden Bäumen. Stattdessen hätten sie nur mehr Einheitspreise geboten. Die Menge des vermarkteten Holzes sei wohl nur deshalb nicht noch größer ausgefallen, weil sich viel Holz über den Jahreswechsel hinaus auf den Lagerplätzen befand und erst jetzt so langsam in die Vermarktung gelangte. Zum Glück für die Waldbesitzer, denn die Preise ziehen wieder an.

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Sprunghaft angestiegen sei mittlerweile die Vermittlung von Pflanzen. „Es tritt das ein, was wir befürchtet haben“, sagt Dormann. Teilweise seien gar keine Laubhölzer mehr zu bekommen und wenn, dann zu horrenden Preisen. Teilweise müsse das Doppelte bezahlt werden, weiß der Vorsitzende. Man könne nur hoffen, dass sich die Lage wieder entspannt, damit die Waldverjüngung wieder angegangen werden kann.

Auch bei der WBV Hollfeld hatte die Abwicklung der Bundeswaldprämie im zurückliegenden Jahr einen großen Teil der Arbeit ausgemacht. Eine Besonderheit in Hollfeld ist, dass alle Mitglieder bereits PEFC-zertifiziert sind. „Das hat uns viel Arbeit erspart“, sagt der Vorsitzende.

Investitionen in Personal und Technik

Wichtigstes Vorhaben im laufenden Jahr ist es für Dormann, zu investieren. Zum einen in Personal, zum anderen in Technik. So soll die Geschäftsstelle in Treppendorf, die derzeit mit drei Forstkräften und einer Bürokraft besetzt ist, um eine Person ergänzt werden, um den Mitgliedern mehr Service bieten zu können. Zum anderen soll ein neuer Rückewagen angeschafft werden.

Ein wenig für Optimismus sorgt die derzeitige Preisentwicklung. Im ersten Quartal hätten die Preise wieder angezogen. Weil die Grenzen zum Beispiel nach Tschechien dicht sind und die Sägewerke dringend Holz benötigten, könnten sie bei dem derzeitigen Bedarf gar nicht anders, als das Holz der Waldbesitzer aus der Region anzukaufen.
Keine Rolle spiele derzeit allerdings der Markt mit Hackschnitzeln. Die Lager seien voll, man müsse für die Abholung sogar noch etwas verlangen. Die knapp 1600 Mitglieder der Waldbesitzervereinigung Hollfeld bewirtschaften zusammen eine Fläche von rund 12 400 ha.