Waldbau

„Meine Trophäen stehen im Wald“

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Fritz Arnold
am Mittwoch, 06.05.2020 - 12:45

Dass der Wald wegen dem Klimawandel und den damit verbundenen Wetterextremen sowie Schädlingsbefall leidet, ist unübersehbar.

Wernsbach/Lks. Roth - Dass der Wald wegen dem Klimawandel und den damit verbundenen Wetterextremen sowie Schädlingsbefall leidet, ist unübersehbar. Deshalb muss alles getan werden, dass ein junger Wald heranwächst. Aber gerade die Baumarten, die als zukunftsfest gelten, werden gerne von Rehen verbissen. Für den Ökologischen Jagdverband (ÖJV) war dies Anlass, das Projekt „hunting4future“ zu starten.

Der Slogan steht für ein Jagen, mit dem sich wieder junge Wälder entwickeln können. Das zeigen die Forste rund um Wernsbach in der Gemeinde Weihenzell, durch die Bernhard Popp als Vorsitzender der Jagdgenossenschaft führte. Er sagte, dass vor 17 Jahren Hans Webersberger die Jagd gepachtet hatte, die nach dessen Krankheit vor zwei Jahren an Dr. Wolfgang Kornder überging. Für sich zog Webersberger die Bilanz: „Bei mir hängen die Trophäen nicht an der Wand, sondern sie stehen im Wald.“ Junge Bäume – Eichen, Buchen, Tannen, Douglasien, Ahorn – sind nun hier zu finden ohne teure Zäune und Plastikhülsen. Diese in großer Zahl einzusetzen hält Popp in Zeiten, in denen es gilt, Feinplastik zu verhindern, für einen falschen Weg.
Die Anstrengungen des Jägers im 580 ha großen Revier wurden dadurch honoriert, dass die Jagdpacht von anfangs 4000 € (5,60 €/ha) nach drei Jahren auf 3000 € und später noch einmal reduziert wurde. Für Kornder, Landesvorsitzender des ÖJV, stellen die Waldschäden eine riesige Herausforderung dar. „Damit sich unsere bewirtschafteten Wälder möglichst natürlich entwickeln können und der dringend notwendige Waldumbau erfolgreich ist, muss das Wild seinem Lebensraum – dem Wald – angepasst werden und nicht umgekehrt.“ Nur dann könne ein vitaler, stabiler vielfältiger Wald seine ökologischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Funktionen nachhaltig erfüllen.