Weinbau

Trockenheit fordert Winzer

Weinlese-Fra2019_LF
Gabriele Brendel
am Montag, 16.09.2019 - 16:17

Die Weinlese in Franken hat offiziell gestartet. Klimawandel erfordert zunehmend Bewässerung.

Die Weinlese in Franken ist offiziell eröffnet. Im Thüngersheimer Scharlachberg griffen Ministerpräsident Dr. Markus Söder, Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber und die Fränkische Weinkönigin Carolin Meyer zu den Scheren und ernteten symbolisch einige Trauben.

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„Das Jahr 2019 war erneut von Trockenheit geprägt und hat die Winzerinnen und Winzer vor viele Herausforderungen gestellt. In einigen Regionen gab es Schäden durch Frost, Hagel oder Sonnenbrand. Wir erwarten aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt alles in allem eine Ernte mit sehr guter Qualität. Die Menge wird wohl etwas geringer als im vergangenen Jahr sein,“ berichtete Weinbaupräsident Artur Steinmann.

Aufgrund der milden Temperaturen in den Wintermonaten kam es zu einem frühen Austrieb der Weinreben. Durch die knappen Bodenwasservorräte und die geringen Niederschläge litten die Reben dann aber noch früher als im Vorjahr an Wassermangel und eine Bewässerung der Rebanlagen war notwendig. „Dies zeigt, wie wichtig Wasserspeicher für die fränkischen Winzer sind. Die laut Prognosen zunehmenden Niederschläge in den Wintermonaten könnten so während der heißen und trockenen Sommermonate für eine effiziente und sparsame Bewässerung der Reben genutzt werden. Der Klimawandel ist bei uns angekommen“, informierte Steinmann.
Ministerpräsident Söder und Landwirtschaftsministerin Kaniber unterstrichen gemeinsam, dass auf den Klimawandel reagiert werden müsse und das Wassermanagement in Bayern ein ganz wichtiges Zukunftsthema sei. Der Freistaat werde die Winzer bei dieser Generationenaufgabe intensiv unterstützen. „Es gibt bereits eine Fülle von Vorschlägen. Die Winzer und die Regierung arbeiten hier eng zusammen“, sagte Ministerpräsident Söder. Ministerin Kaniber wird in der kommenden Woche nach Israel reisen, um sich dort bei Spezialisten für Bewässerungstechnik zu informieren.

Im Anschluss stellte Dr. Hermann Kolesch, Präsident der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, den prominenten Gästen bei einer Führung durch die Steillage Thüngersheimer Scharlachberg das Forschungsprojekt „Weinbau 2025“ vor. Das Gesamtkonzept zur Förderung und Erhaltung der Biodiversität im Weinberg beinhaltet u. a. Blühstreifen, Steinriegel, Insekten- und Fledermausquartiere sowie Maßnahmen zur gezielten und sparsamen Bewässerung der Reben durch moderne Technik.