Zuckerrübenernte

Test der 12-reihigen Zuckerrübenernte

Test-Zuckerrübenernte_LF
Fritz Arnold
am Montag, 07.12.2020 - 09:27

Ein Fahrer holt mit einem sechsreihigen Zuckerrübenvollernter in einer Stunde bis zu 1300 Doppelzentner Zuckerrüben von 1,2 ha aus dem Acker.

Test-Zuckerrübenernte_LF

Das ist eine Leistung, die sich die Pioniere des Rübenbaus nicht hätten vorstellen können, als noch vor gut 60 Jahren jede einzelne Rübe mit der Hand angefasst werden musste. Doch die technische Entwicklung ist nicht zu Ende. Bei Uffenheim wird nun die 12-reihige Rübenernte mit einer Maschine getestet.

Die Rodegemeinschaft Uffenheim-Rothenburg erntet schon seit 27 Jahren die Rüben von 700 bis 750 ha im Jahr mit einem Sechsreiher. Nun ist die Rodegemeinschaft dabei, einen weiteren Entwicklungsschritt bei der Rübenernte zu erproben. Seit Ende September wird ein Rodeaggregat getestet, mit dem zwölf Zuckerrübenreihen auf einmal geerntet werden können.

Es wird vom niederbayerischen Hersteller Holmer für den Test zur Verfügung gestellt und anstelle des 6-reihigen Rodeaggregats angebaut. Die gleiche Maschine erntet dann nicht mehr 1,2 ha, sondern 2 ha Rüben in der Stunde. Der bestechend hohen Leistung steht vor allem die kleinräumigere Struktur in Franken entgegen. Auch muss der breite Erntevorsatz für den Straßentransport abmontiert und auf einen Spezialanhänger aufgeladen werden.

Schichten rund um die Uhr

Thomas Fries aus Uffenheim ist einer der Fahrer, die in Schichten rund um die Uhr Rüben roden. Fährt der 30 t schwere und von einem 620 PS starken Motor angetriebene Roder bei der 6-reihigen Ernte ungefähr mit sieben Stundenkilometern, wird die Geschwindigkeit bei der Ernte von zwölf Reihen etwas reduziert. Fries ist auch Vorsitzender der Rodegemeinschaft. Ob diese sich bei der nächsten Neuanschaffung für 12 Reihen entscheidet, lässt er noch offen. Erst soll auch der Testlauf im nächsten Jahr noch abgewartet werden. Immerhin kommen zu der halben Million Euro Anschaffungskosten für den Roder noch einmal 100 000 € für das 12-reihige Ernteaggregat hinzu.

Auf der positiven Seite sieht sein Sohn Sebastian Fries, der in dem Team mitarbeitet, vor allem einen geringeren Bodendruck durch weniger Überfahrten. Für den Bauern, der die Dienstleistung in Anspruch nimmt, bleiben die Erntekosten von rund 250 €/ha ungefähr gleich. Alle Anbauer müssten aber einheitlich 12-reihig und auf 45 cm Reihenabstand säen. Nötig ist auf jeden Fall ein Begleitfahrzeug zum Überladen der Rüben, weil die Bunkergröße nicht ausreichen würde. Ein solches Fahrzeug haben die Uffenheimer ohnehin, da dies bei großen Schlaglängen nötig sei. Bei der Beurteilung, ob sich die 12-reihige Ernte durchsetzen wird, denkt Thomas Fries, dass sich die technologische Entwicklung nicht aufhalten lässt.