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Recht

Teichgenossenschaft Oberfranken wehrt Anzeigen ab

JHV-Teichgenossenschaft-Oberfranken(shf)_LF
Stephan Herbert Fuchs
am Mittwoch, 11.03.2020 - 11:43

Tierrechtsorganisation Peta hatte vor rund eineinhalb Jahren Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Hof gegen Verantwortliche der Teichgenossenschaft gestellt.

Himmelkron/Lks. Kulmbach - Ausgerechnet Teichwirten wird nicht selten mangelnde fachliche Praxis vorgeworfen, beispielsweise von PETA. Die Tierrechtsorganisation hatte vor rund eineinhalb Jahren Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Hof gegen Verantwortliche der Teichgenossenschaft wegen angeblicher Verstöße gegen das Tierschutzgesetz bei der Karpfen-Saisoneröffnung in Bad Alexandersbad erstattet. Nicht nur der dortige Teichwirt sei betroffen gewesen, auch Vorsitzender Dr. Peter Thoma und eine Reihe von Politikern, darunter die bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber.

PETA-Anzeigen wurden eingestellt

Nun konnte Thoma vermelden, dass sämtliche Anzeigen eingestellt worden seien. „Für uns ist ein vernünftiger Umgang mit den Fischen ohnehin selbstverständlich“, sagte Thoma. Das Verbringen der Fische zum Sortiertisch entspreche sämtlichen tierschutzrechtlichen Vorgaben, außerdem sei der Vorgang notwendig, unter anderem um die Fische auf Verletzungen durch Prädatoren und Außenparasiten zu kontrollieren. Trotzdem habe man zwischenzeitlich feststellen müssen, dass sich kaum ein Außenstehender mehr einen Karpfen anzufassen traut. „Wir lassen uns nicht abschrecken“, sagte Thoma und verurteilte das Vorgehen von PETA scharf.

Der Vorsitzende sprach stattdessen von gigantischen Leistungen der Teichwirte für die Allgemeinheit, indem sie sich für den Gewässer- und Artenschutz stark machen und dabei gesunde Lebensmittel erzeugen.

Traditionelle Teichwirtschaft erhalten

Die traditionelle Teichwirtschaft zu erhalten und zu fördern ist auch das Ziel des Bezirks Oberfranken mit seiner Fachberatung für Fischerei, so der Leiter der Bezirksverwaltung Peter Meyer. Aufgrund erschwerter Rahmenbedingungen vor allem durch die Klimaveränderung plädierte er für eine höhere Wertschätzung der Arbeit der Teichwirte. Unabdingbar dazu gehörten auch effektive Förderprogramme, praktikable Teichbauempfehlungen und die Stärkung der Fachberatung bei den Bezirken.

Die enorm wichtige Funktion der Teichwirte für die Sicherung der Wasserversorgung sprach der Kulmbacher Landrat Klaus Peter Söllner an. Scharfe Kritik am Volksbegehren zum Artenschutz übte unter anderen auch Walter Jacob, der Vorsitzende der Nachbarteichgenossenschaft Aischgrund.
Und Albert Deß, der Vorsitzende des Verbandes der Bayerischen Berufsfischer, sprach von einer „großen Volksverdummung“. Die Ziele des Volksbegehrens kämen für viele Land- und Teichbewirtschafter einer Enteignung gleich.
Für seine seit vielen Jahren andauernde Tätigkeit als Justitiar der heimischen Teichgenossenschaft wurde der frühere oberfränkische Regierungsvizepräsident Horst Müller ausgezeichnet, der kürzlich seinen 80. Geburtstag feierte.