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Bauerntag

„Tag der Landwirtschaft“ lockte Besucher nach Schirradorf

Zahlreiche Besucher waren zur Land- und Forsttechnikausstellung anlässlich des Tags der Landwirtschaft auf das Gelände von Nicklas-Landtechnik in Schirradorf gekommen.
Stephan Herbert Fuchs
am Donnerstag, 15.09.2022 - 10:48

Mit einer großen Land- und Forsttechnikausstellung haben Bauernverband und das Unternehmen Nicklas Landtechnik den Tag der Landwirtschaft gefeiert.

Auf dem Ausstellungsgelände faszinierten nicht nur die großen Erntemaschinen von John Deere, sondern auch die Technik zur Rasen- und Gartenpflege die Besucher.

Schirradorf/Lks. Kulmbach - Ein Gottesdienst mit dem Posaunenchor Wonsees am Morgen und zahlreiche Attraktionen lockten mehrere hundert Besucher nach Schirradorf, obwohl die traditionelle Oldtimer-Traktorrundfahrt diesmal nicht stattfand.

Dafür feierte das Unternehmen seine 25-jährige Partnerschaft mit dem US-amerikanischen Landmaschinenhersteller John Deere. Da durfte natürlich der John-Deere-Fanclub mit seinem Vorsitzenden Friedbert Weiß an der Spitze nicht fehlen.

„Handwerk und Landwirtschaft haben goldenen Boden.“ Davon zeigte sich der Chef des Landtechnikunternehmens Edwin Nicklas überzeugt. Er spielte damit auf den Fachkräftemangel in seiner Branche an. „Wir brauchen dringend Landmaschinenmechatroniker mit Leidenschaft und Liebe zum Beruf“, sagte er. Keine Maschine werde einen qualifizierten Handwerker jemals ersetzen können. Deshalb müsse man den jungen Leuten zeigen, wie gut und wichtig das Handwerk ist.

Edwin Nicklas legt Wert darauf, dass die Landtechnik zu den systemrelevanten und krisensicheren Branchen gehört. Trotzdem rückten plötzlich Themen wie Versorgungssicherheit mit Lebensmitteln und Energie in den Vordergrund. Lange habe in der Politik die Meinung vorgeherrscht: Was wir nicht selbst produzieren, besorgen wir uns auf den Weltmärkten. Corona und der Krieg in der Ukraine hätten nun gezeigt, wie kurzsichtig und unrealistisch diese Sichtweise ist.

Zwischen gedämpftem Optimismus und purer Verzweiflung

Wenn der Fachkräftemangel nur das einzige Problem wäre. Edwin Nicklas beschrieb die momentane Stimmung unter den Landwirten als „zwischen gedämpftem Optimismus und purer Verzweiflung“. Er sprach von absoluten Krisenzeiten. Eine so hohe Inflation mit Abschwächung der Konjunktur und ein Nachlassen der Investitionsbereitschaft: „So etwas habe ich mit meinen 62 Jahren noch nicht erlebt.“ Verbindliche Lieferzeiten könne er gar nicht mehr nennen, manche Computer-Chips für Landmaschinen, die früher 14 Euro gekostet hätten lägen mittlerweile bei 1400 Euro.

„Versorgungssicherheit, mit landwirtschaftlichen Produkten im eigenen Land und eine umweltverträgliche Landwirtschaft schließen einander nicht aus“, sagte Edwin Nicklas. Doch statt wirksam Hilfe zu leisten, überziehe die Politik die Landwirtschaft mit unendlichen Verordnungen, einer ständig wachsenden Bürokratie, Dokumentationspflichten oder neuen Rahmenbedingungen in der Tierhaltung. „Die Regulierungswut und extrem gestiegene Produktionskosten stellten viele Familienbetriebe vor große Probleme oder zwingen sie zum Aufhören.“

Breite Palette von Landtechnik

Im Rahmen der Land- und Forsttechnikausstellung waren nicht nur Traktoren, neu und gebraucht zu sehen, sondern auch Mähdrescher, Lade- und Silierwagen, Düngestreuer und vieles mehr.

Viele Besucher interessierte die gesamte Palette von Technik zur Rasen- und Grundstückspflege. Der Besucherstrom aus dem gesamten Landkreis sowie den benachbarten Regionen riss trotz des durchwachsenen Wetters bis zum späten Nachmittag nicht ab.