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Geschmack erleben

Streuobst für alle Sinne

Zum Test der Geschmacksnerven lud Eva Stetter (rechts) den früheren Kreisfachberater Friedhelm Haun, die Bezirksvorsitzende des Verbandes für Gartenbau und Landespflege MdL Gudrun Brendel-Fischer, Ludwig Wanner vom Landwirtschaftsministerium, Martina Tröger vom Kompetenzzentrum, eine interessierte Besucherin und dessen neue Leiterin Christine Röger (von links).
Stephan Herbert Fuchs
am Mittwoch, 26.10.2022 - 09:38

Das Kompetenzzentrum für Ernährung will das Thema Streuobst den Verbrauchern näherbringen und das gesamte Geschmacksspektrum von Streuobst aufzeigen.

Groß ist die Vielfalt: Hauswirtschaftsmeisterin Margot Findeiß und der frühere Kreisfachberater Friedhelm Haun stellten die breite Palette an heimischen Apfelsorten vor.

Streuobstwiesen sind nicht nur wichtig für die Artenvielfalt, sondern auch durch alte und regionalspezifische Sorten ein kulinarisches Geschmackserlebnis. Deshalb hat das Kompetenzzentrum für Ernährung in Kulmbach die Veranstaltungsreihe mit dem Namen „Kulminarik“ („Kulinarik in Kulmbach“) gestartet, Sie soll das Thema Streuobst den Verbrauchern näherbringen und das gesamte Geschmacksspektrum von Streuobst aufzeigen.

Zum Auftakt gab es auf dem Gelände und in den Räumen der Museen im Mönchshof in Kulmbach einen überaus gut besuchten Aktionstag mit Vorträge, Verkostungen, Kochvorführungen, einem Kinderprogramm mit Streuobstpädagoginnen und mit Einblicken in die experimentelle Küche. Es ging dabei nicht nur um Äpfel, sondern auch um Beeren, Birnen, Walnüsse, Weintrauben oder Zwetschgen.

Ziel des aktuellen bayerischen Streuobstpakts ist es, den derzeitigen Streuobstbestand in Bayern zu erhalten und neue Streuobstbäume zu pflanzen. „Wir wollen dem Rückgang der Streuobstbestände in Bayern entgegenwirken“, sagte Ludwig Wanner vom Bayerischen Landwirtschaftsministerium bei der Eröffnung. Er verwies auf das neue bayerische Förderprogramm für die Abgabe von bis zu einer Million Obstbäumen bis zum Jahr 2035, das vor wenigen Tagen gestartet wurde. Dabei sollte es nicht nur um Pflanzung und Pflege, sondern auch um die Verwertung der Früchte gehen, sagte Wanner. Nicht immer würde das Obst richtig geschätzt, deshalb soll die Aktion des Kompetenzzentrums dem Streuobst einen neuen Schub geben.

„Zur Ernährung gehört auch der Genuss“, sagte die neue Leiterin des Kompetenzzentrums Christine Röger. Deshalb sollte mit der Veranstaltung vor allem Werbung für das Streuobst und die vielfältigen Produkte daraus gemacht werden. Nicht zuletzt sei Streuobst auch ein Beitrag zum aktiven Naturschutz, indem zahlreiche Insektenarten von den Streuobstwiesen profitieren.

Wie die Obstbäume richtig gepflegt werden, so dass am Ende auch ein entsprechender Ertrag herauskommt, das vermitteln die zahlreichen Obst- und Gartenbauverbände mit ihren Pflegekursen, so die Bezirksvorsitzende des Verbandes für Gartenbau und Landespflege, Gudrun Brendel-Fischer MdL. Die „Kulminarik“-Veranstaltung richtete sich aber auch an Kinder, denn, so Simon Reitmeier vom Kompetenzzentrum: „Ernährungsbildung muss früh ansetzen, damit man die Ernährung im Erwachsenenalter zu schätzen weiß“.

Agnes Kohler von „Kohler´s Kulinarik“ führte beispielsweise vor, wie ein kreatives Menü mit Streuobst entsteht. Sternekoch Tobias Bätz von „Herrmann's Posthotel“ ließ sich beim Experimentieren mit Produkten von der Streuobstwiese ebenfalls über die Schulter blicken. Zusammengestellt wurde beispielsweise eine Quittenkaltschale zum Aperitif, eine Birnen-Selleriesuppe als Vorspeise und ein gebratenes Kalbspflanzerl mit Zwetschen-„Ketchup“ und Apfel-Krautsalat.

In einer Reihe von Vorträgen verriet Ernährungsberaterin Yvonne Müller Tipps und Tricks zu Verwertung und Haltbarmachung des Obstes. Der frühere Kreisfachberater Friedhelm Haun berichtete vom Gesundheitswert der Walnuss sowie vom Lebensraum Streuobstwiese und die Hauswirtschaftsmeisterin Margot Findeiß von der „Vielfalt der Birne“

Ergänzt wurde das Programm unter anderem mit Mitmachangeboten zum Saftpressen und zur Sortenbestimmung sowie zu den verschiedensten Verkostungen. Die Bayerische Landesanstalt für Wein- und Gartenbau präsentierte eine Nuss-Mühle zur Herstellung von frischem Nussmus und die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft war mit dem Verbraucherportal Regionales Bayern und mit Information zu den Genuss Schätzen Bayern vertreten.