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Landfrauen

„Ich bin stolz auf Euch“

Landfrauentag-Forchheim_LF
Franz Galster
am Donnerstag, 09.04.2020 - 09:49

Oberfrankens stellvertretende Bezirksbäuerin Beate Opel spricht beim Forchheimer Landfrauentag.

Heroldsbach/Lks. Forchheim - Beim Landfrauentag des BBV-Kreisverbands Forchheim in der Hirtenbachhalle in Heroldsbach warteten Kreisbäuerin Rosi Kraus und ihre Stellvertreterin Christine Werner mit einem unterhaltsamen und informativen Programm auf. Gemeinsam begrüßten sie die vielen Gäste. Gleich Anfangs teilten sie mit, dass die Hauptreferentin Landesrätin Maria Hochgruber Kuenzer aus Südtirol Italien wegen des Coronavirus nicht verlassen durfte. Kurzfristig übernahm Beate Opel, stellvertretende BBV-Bezirksbäuerin von Oberfranken, ihren Part.

Landfrauenchor fasziniert

Einmal mehr faszinierte der Landfrauenchor unter Leitung von Irmgard Reck mit passendem Liedgut zum Tag. Es gab nämlich später noch eine unterhaltsame Jeans-Modenschau.

Stellvertretend für alle Ehrengäste rief Kraus Dekan Günther Werner, Bürgermeister Edgar Büttner, Landrat Hermann Ulm, die Landtagsabgeordneten Michael Hofmann und Sebastian Körber auf die Bühne. Dort durften sie aktuelle Fragen etwa zum Klimaschutz beantworten. Ulm produziert selbst Lebensmittel zum Eigenverbrauch und bekannte eine „Nullkilometerflugreisebilanz“ in seinem Leben. Artenschutz, Recht auf Eigentum oder lokale Vermarktung, die Bedeutung des Dorfladens waren weitere Stichworte für die Gäste, aber auch der Wunsch, die Gesellschaft zusammen zu führen. Als Aufgabe durften sie abschließend je eine Jeans phantasievoll dekorieren.
„Essen hat einen Preis verdient – den niedrigsten“ – mit diesem provokanten Werbeslogan einer Lebensmittelkette eröffnete Kraus ihre Begrüßungsrede. Sie traf damit den Kern des Problems, die viel zu geringe Wertschätzung der „Mittel zum Leben“. Gut ausgebildete Bauern und Bäuerinnen stehen für hochwertige Nahrungsmittel, pflegen die Kulturlandschaft, stehen für Energiewirtschaft und Klimaschutz. Lebensmittel werden als Ramschware gesehen, die man zu Billigstpreisen verschleudert. Kraus fordert Respekt für die Landwirte und ihre Produkte.

Landfrauen gestalten die Region mit

Die Region, die die Landfrauen seit mehr als 70 Jahren mit Herzblut mitgestalten, gilt es zu bewahren, sagte Opel und mahnte: „Wenn Dörfer zu reinen Schlafstätten werden, verlieren sie ihre Seele.“ Es gelte Lösungen zu erarbeiten, sonst werde aus dem Mit- ein Nebeneinander. Die Stimmung in der Landwirtschaft sei seit dem Volksbegehren unheimlich schlecht. Man leide unter praxisfremden, überbordenden Vorgaben. Meinung sagen und keine Angst haben, forderte Opel. „Es ist wichtig, dass wir unseren Stolz nicht verlieren für 365 Tage Arbeit.“

Opel fordert das Selbstwertgefühl der Landfrauen ein und den Zusammenhalt. „Wir stehen fest unter dem Dach des BBV, wir kämpfen mit Herz, ich bin stolz als Kreisbäuerin und stellvertretende Bezirksbäuerin, ich bin stolz auf Euch“, rief sie in den Saal. Zusammen mit Christine Werner übergab Kraus einen Korb mit lokalen Köstlichkeiten.
Leihgaben des Levy-Strauß-Museums in Buttenheim ergänzten die Jeans-Modenschau der „Laienmannequins“. Die Kuchen spendierten einmal mehr die Landfrauen, die Sammlung kommt der AWO Forchheim zugute.