Waldbegang

Mit Stieleiche und Hainbuche

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Anja Keilbach
am Dienstag, 26.10.2021 - 10:44

Markus Weber und Michael Streun haben gerodete Fläche am Waldrand von Umpfenbach aufgeforstet. Nun stellten sie ihre Strategie vor.

Umpfenbach/Lks. Miltenberg In vielen Wäldern stehen tote Fichten, denen nur noch eines bleibt: Die Fällung, so auch bei Markus Weber und Michael Streun. Beide besitzen eine kleine Fläche Privatwald am Waldrand von Umpfenbach. Dort standen bis vor kurzem noch große Fichten, die alle vom Borkenkäfer befallen wurden. Die Bäume mussten gefällt werden. Jetzt haben beide Familien wieder aufgeforstet. Wie, was und warum, das haben sie bei einer Veranstaltung des AELF Karlstadt und des Bayerischen Bauernverbands erklärt.

Amtsleiter Ludwig Angerer erläuterte anhand von Schaubildern, wie sehr der Klimawandel im Wald angekommen ist. Die Bodenschicht bis mindestens 1,5 m Tiefe sei gerade in den letzten Jahren ausgetrocknet. Auch nach diesem regenreicheren Jahr seien die Wasserspeicher in der Tiefe noch nicht aufgefüllt, sagte Angerer, „die Bäume sind im Wasserstress und vertrocknen“. Ein im wahrsten Sinne gefundenes Fressen für die Borkenkäfer, die sich gerade durch Fichtenwälder bohren.

Ein Kulturplan für die Wiederaufforstung

Aber was tun nach der Fällung? Vor dieser Frage standen Markus Weber und Michael Streun. Mit Hilfe der Initiative Zukunftswald (AELF-Mitarbeiterin Anika Weisbrod) bekamen die zwei einen Kulturplan für die Wiederaufforstung. So haben sie ihre 0,16 ha Fläche mit 1400 Hainbuchen und Stieleichen wieder aufgeforstet. Gerade die Stieleichen wurzeln tief, sind somit sturmfest. Sie bringen gutes Holz und Futter für viele Tiere, die im Wald leben. Streun und Weber haben auch gemeinsam ihre Fläche eingezäunt. „Aber das Wild ist clever, die Tiere kennen mittlerweile alle Tricks oder Zäune“, sagte Weber. Es bleibe spannend, wie sich der Wald nun im Laufe der Jahre entwickle.

Anschließend ging es weiter nach Mainbullau zum Beerenhof Münkel. Dort erklärten Obstbaumeister Jochen Münkel und Vater Edelbert Münkel ihren Weg der Bewirtschaftung. 1988 habe man sich bereits zu neuen Wege der Bewirtschaftung entschieden, hin zu biologischem Obstanbau, was Sohn Jochen auch studierte. Für die Obstbauer sei das Wasser ein großer Faktor. Zu große Trockenheit zöge große Ernteausfälle nach sich.

Nach Münkel steuerten die rund 25 Gäste den Mutterkuhbetrieb Herkert und Meixner in Watterbach an. Dort führte man Diskussionen über das Minusgeschäft Mutterkuhhaltung, Fleischpreise und teure und unwirksame Weideeinzäunung gegen den Wolf.