Ausbildung

Mit Spürnase gegen die Schweinepest

Kadaversuchhund_B
Ludwiga Friedl
Ludwiga Friedl
am Freitag, 26.02.2021 - 08:34

Bayerns erste Kadaversuchhündin kommt aus dem Landkreis Ansbach. Sie kann Wildschweine aufspüren, die an ASP verendet sind.

„Der erste geprüfte ASP-Kadaversuchhund Bayerns kommt aus dem Landkreis Ansbach.“ Das meldet das Ansbacher Landratsamt auf seiner Homepage. Hier wird auch über die ASP informiert: „Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine für den Menschen ungefährliche, für Schweine und Wildschweine aber tödliche Krankheit. Die Ansteckung verläuft bei Wildschweinen über die Aufnahme von virushaltigem Fleisch, beispielsweise von verendeten Artgenossen.“

Da das Virus in Kadavern von Schwarzwild sehr lange überleben könne, könnten sich Wildschweine monatelang neu infizieren. Deshalb sollten im Seuchenfall die verendeten Wildschweine möglichst schnell gefunden werden. Das dient vor allem auch dem Schutz der Hausschweine, von denen allein im Landkreis Ansbach 130 000 Stück gehalten werden, wie Kreisveterinär Dr. Ralf Zechmeister informiert.

Spezielle Ausbildung absolviert

Suchhunde zur ASP Kadaversuche sind aufgrund ihrer feinen Nase in der Lage, selbstständig Wildschweinrückzugsgebiete in ASP-Restriktionsgebieten abzusuchen. Durch die spezielle Ausbildung werden die Hunde in die Lage versetzt, dem „Herrchen“ einen Fund eines Wildschweinkadavers eindeutig anzuzeigen („Totverweiser“). „Nicht jeder Hund ist geeignet“, sagt Zechmeister. „Ein Kadaversuchhund muss einen ausgeprägten Finderwillen und einen guten Grundgehorsam besitzen. Der Hund darf beispielsweise nicht lebendigem Wild hinterherspringen.“

Das können Frank und Michaela Botz aus Wolframs-Eschenbach nur bestätigen. Sie haben mit ihrer holländischen Schäferhündin „Uschi“ am 17. Dezember die Prüfung für ASP-Kadaversuchhunde in Mecklenburg-Vorpommern bestanden. Vier weitere Hunde absolvierten am 22. Februar in der Nähe von Feucht die ASP-Suchhunde-Prüfung.

Rund 120 Ausbildungsstunden waren notwendig

Michaela Botz betreibt eine Hundeschule. Weil ihr Mann bei der Bundespolizei arbeitet, war Uschi schon im Schutzdienstbereich vorgebildet und konnte Gegenstände verbellen. Trotzdem waren noch rund 120 Ausbildungsstunden notwendig, bis sie tote Wildschweine zuverlässig anzeigen konnte. Das ist nicht nur wegen der ASP hilfreich, sondern auch, wenn ein Wildschwein angeschossen oder angefahren wird.

Ein Video über Bayerns erste Kadaversuchhündin sehen Sie hier:

„Die Hunde haben Spaß dabei“, sagt Botz, die gerne drei weitere Hunde zum Kadaversuchhund ausbilden würde. Wegen Corona ist das derzeit nicht möglich, bedauert sie. Denn weitere Kadaversuchhunde würden dringend gebraucht. Und die drei – ein Entlebucher, ein Mischlingshund und ein Riesenschnauzer – brächten gute Anlagen mit: „Arbeitseifer und Gehorsam sind Voraussetzung“, sagt sie. 160 bis 200 Stunden müssen investiert werden. „Das müssen die Leute wollen“, sagt sie, die bei jedem Wetter im Wald unterwegs ist.