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Bilanz

An der Spitze in Mittelfranken

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Fritz Arnold
am Montag, 07.02.2022 - 15:37

Der Milcherzeugerring Mittelfranken kann gute Zahlen vorweisen. Immer weniger Kühe stehen in Anbindehaltungen.

Ansbach Eine gute Betreuung der Tiere zahlt sich in guten Leistungen aus. So kann der Milcherzeugerring Mittelfranken für 2021 wieder sehr gute Zahlen vorlegen. Erneut stehen die Kühe im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim in der Leistungsskala an der Spitze in Mittelfranken. Sie konnten 2021 die Milchleistung um 28 kg leicht auf 8898 kg bei 4,21 % Fettgehalt steigern. Der Landkreis Ansbach liegt mit 8638 kg Milch und 4,22 % Fettgehalt an zweiter Stelle, die Kühe im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen mit 8710 l Milch auf dem dritten Platz.

Bei den Bestleistungen pro Betrieb liegen die GbR Lingmann in Haag bei Neuendettelsau (12 770 Kilo) bei der Rasse Schwarzbunt, die Dieter Bürger GbR in Wiebelsheim (12,007) bei Fleckvieh und Bernd Schirmer aus Uttenhofen (7741) bei Gelbvieh an der Spitze.

Hohe Lebensleistung erzielt

Dass es den Kühen in modernen Ställen viel besser geht als in früheren Zeiten, sehen Zuchtleiter Albrecht Strotz und Fachbetreuer Albert Hüttinger in der großen Zahl von Kühen mit einer hohen Lebensleistung bestätigt. Mit jeweils 14 Kälbern führen die 17 Jahre alten Kühe „Heidmil“ von der GbR Brunner in Taubeschallbach mit 139 158 kg Milch sowie die „Helene“ von Tobias Roeger in Raitersaich mit 135 388 l die Liste der besten Lebensleistungen an.

Der mittelfränkische Durchschnitt erhöhte sich letztes Jahr leicht um 26 Kilo auf nunmehr 8638 Kilo Milch. Mittelfranken liegt damit hinter Unterfranken auf dem zweiten Patz in Bayern, aber deutlich über dem bayerischen Durchschnitt von 8148 Kilo Milch.

Strukturwandel geht weiter

Wie Albrecht Strotz als Leiter der Abteilung Tierzucht am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ansbach betont, setzt sich der Strukturwandel auch in der Milchviehhaltung weiter fort. Bayernweit verringerte sich die Zahl der Kühe um 13 453 auf 908 265. In Mittelfranken gingen die Kuhzahlen um 1897 auf 87 307 zurück.

Die Anzahl der Milchviehbetriebe sank von 4095 im Jahr 1998 auf inzwischen 1372. Der Rückgang betraf dabei fast ausschließlich Höfe mit Anbindehaltung, von denen es nun noch 357 gibt. Vor zehn Jahren waren es noch 1239 Anbindehaltungsbetriebe im Regierungsbezirk. Somit stehen nur noch 10,3 % der Kühe oder 9042 Kühe in Mittelfranken in Anbindeställen; in Bayern sind es noch 17,6 %. Angesichts dieser Entwicklung sei die Diskussion über eine Ausgrenzung der Anbindehaltung völlig überflüssig, heißt es im Rinderzuchtverband. Der Löwenanteil von 78 718 mittelfränkischen Kühen befindet sich in Laufställen.