Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Fleischerzeugerring

Die Schweinemast ist gut gelaufen

Mittelfranken
Sabine Dähn-Siegel
am Montag, 16.12.2019 - 10:46

Auf der Mitgliederversammlung des Fleischerzeugerring Mittelfranken standen neben dem fachlichen Jahresbericht diesmal die Wahlen zum Beirat und das Referat von Ernest Schäffer im Mittelpunkt.

Gollhofen/Lks. Neustadt Aisch-Bad Windsheim - Afrikanische Schweinepest quasi vor der Haustür, wenig erfolgreiche Ferkelkastrationsversuche, ein Gesetzespaket, in dem die Verpflichtung zu mehr Biogerichten in bayerischen Staatskantinen verankert werden soll, eine Agrarpolitik, die Rahmenbedingungen ohne vorherige Rücksprache mit den Bauern macht, die miese Stimmung in der Landwirtschaft... . Jeweils nur blitzlichtartig nahmen Dieter Förster, Vorsitzender des Fleischerzeugerrings Mittelfranken, und die Grußwortredner BBV-Kreis-obmann Jürgen Dierauff und Gabi Schmidt (MdL) Stellung zu den angerissenen Themen.

Denn im Fokus der gut besuchten Mitgliederversammlung des Rings standen neben dem fachlichen Jahresbericht diesmal die Wahlen zum Beirat und das Referat von Ernest Schäffer. Der stellte den LKV Bayern vor, bei dem er seit Mitte dieses Jahres die Geschäfte führt. Passend zu seinem energisch-zupackenden Auftreten hatte der Neue an der Spitze des LKV den Untertitel „Frischer Wind für die Tierhaltung in Bayern“ gewählt. Die zukünftige Ausrichtung des LKV orientiere sich an der Aufgabe, gemeinsam Zukunft zu gestalten und die Wertschätzung für die Arbeit der Landwirte und die tierische Produktion „nach innen und nach außen“ wieder herzustellen, so Schäffer in seiner fast punkt- und kommalosen Rede.

Ihr vorausgegangen waren Försters Vorstellung der Gewinn- und Verlustrechnung – das (bewusste) Vorhalten von Personal hatte 2018 zwar zu einem Verlust geführt, dennoch „stimmt die Finanzausstattung“ weiterhin – und der fachliche Jahresbericht, traditionell präsentiert von Willy Fließer. Der zeigte folgendes Bild: Gegenüber dem Jahr 2018 ist die Zahl der Mitgliedsbetriebe in der Rindermast gestiegen (plus drei auf 75), in der Schweinemast konstant geblieben (151); in der Ferkel-erzeugung (minus 11 auf 112) jedoch „spiegelt sich die Lage vor Ort. Inzwischen steigen auch große Betriebe aus“, sagte der Fachberater. In der Schweinemast wurden nur noch 340 000 Tiere betreut (minus 11 000), in der Ferkelerzeugung erreichte der massive Abwärtstrend der vergangenen fünf Jahre mit 16 100 betreuten Tieren einen neuen Tiefpunkt.

Chance für die Ferkelerzeuger

Allerdings flocht Fließer ein, dass „der Rückgang bei den Zuchtsauen auch eine Chance für die Ferkelerzeugung sein kann“. Im Vergleich zum Vorjahr zeigte sich bei den lebend geborenen (28,9) und aufgezogenen Ferkeln (25,1) jeweils ein Minus von 0,3. Bemerkenswert waren die hohen Endgewichte der mittelfränkischen Mastschweine (125,5 kg, bayernweit: 123,2 kg), die einen Magerfleischanteil von 60,2 % erreichten („erstmalig über 60 %“). „Endlich erreicht worden“ seien Zunahmen von 801 g pro Tag. „Die Schweinemast ist gut gelaufen“, konnte Fließer angesichts einer Direktkosten freien Leistung von 32 € zusammenfassen. Leicht getrübt wurde dieses Bild nur durch die steigenden Verluste (2,0 aufgrund mangelnder Transportfähigkeit bei Hinkebein, Dreifüßigkeit, Mastdarmvorfall, extremem Schwanzbeißen).

Die Zusammenfassung für die Ferkelerzeugung fiel schlechter aus: „Die ist etwas für absolute Spezialisten – und die werden weniger.“ Insgesamt gab es im Ringgebiet nun weniger dänische Genetik, Die Ferkelzahlen gingen daher erstmals um 0,3 Ferkel zurück. Dass in Mittelfranken in den Ringbetrieben 406 000 Ferkel produziert, aber 550 000 für die Mast benötigt würden, zeige jedoch das „vorhandene Marktpotenzial“. Allerdings hätten weitere Auflagen (Kastenstand, Abferkelbucht) die Betriebe in eine strategische Warteposition geführt.

In den Beirat des Fleischerzeugerrings Mittelfranken gewählt wurden neu/erneut mit der Produktionsrichtung Ferkelerzeugung:  Martin Bösenecker (Oberschwaningen), Thomas Freitag (Rodheim), Joachim Grau (Diespeck), Martin Stiegler (Steinensittenbach), Margarete Stör (Sausenhofen), Gabi Sturm (Strüth),Clemens Haag (Ulsenheim, auch Schweinemast); Produktionsrichtung Schweinemast: Dieter Förster (Neuherberg), Jürgen Pfänder (Ohrenbach), Jürgen Schnaidt (Rothenstein).