Ausbildung

Schüler besuchen drei Biobetriebe

Rinderhaltung mit Weitblick
Elisabeth Remlein, Landwirtschaftsamt Neumarkt
am Mittwoch, 09.09.2020 - 09:00

Die Studierenden der Landwirtschaftsschule Ansbach haben im Rahmen ihres Praxistages im Sommersemester drei Biobetriebe besucht.

Die Angus-Rinder der Familie Bauereiß in Auerbach bei Colmberg sind ab Ende März auf der Weide. Der Biobetrieb hält die hornlose Rasse seit 25 Jahren und produziert damit hochwertiges Bio-Rindfleisch. Im Winter bietet ein Außenklimastall mit Stroheinstreu hohen Komfort für Tier und Mensch. Ab August kommen die Kälber zur Welt, die bei den Müttern bleiben und mit Muttermilch aufwachsen. Bauereiß ist als sogenannter BioRegio-Betrieb auch Ansprechpartner für umstellungswillige Landwirte.

Weiße Lupinen begeistern Johannes Wirsching

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Der Biohof Wirsching in Ohrenbach ist ein moderner Milchviehbetrieb und hat 2016 auf ökologische Bewirtschaftung umgestellt. In einem großzügigen Laufstall stehen die rund 100 Milchkühe. Sie produzieren Biomilch für die Marke Frankenland. Der Zugang zum Laufhof im Freien steht ihnen jederzeit offen.

Auf den Ackerflächen des Betriebes wachsen neben Getreide, Mais, Luzernegras und Sojabohnen heuer erstmalig Weiße Lupinen. Die Kultur begeistert Johannes Wirsching. Ihr Eiweiß ist für ihn genauso wertvoll wie das der Sojabohne. Doch die Ernte ist verlustärmer, da die Hülsen weiter oben am Stängel sitzen. Dazu ist die Lupine heimisch und bietet mit ihren Blüten Insekten Nahrung. Die acht Hektar Bio-Zuckerrüben sorgten bei den Studierenden für respektvolles Staunen. Denn zusätzlich zum maschinellen Hacken sind zum Entfernen der Beikräuter innerhalb der Rübenreihen pro Hektar noch 60 bis 100 Stunden Handarbeit notwendig.

Die Sauen dürfen sich mit der Geburt Zeit lassen

Der Biohof Gundel-Exner in Ottenhofen bei Marktbergel praktiziert Bio-Schweinehaltung im geschlossenen System. Die Ferkel der circa 70 Muttersauen werden am Betrieb bis zum Schlachtalter von gut sechs Monaten gemästet. Auf dem Hof haben alle Tiere Auslauf und werden auf Stroh gehalten, was viel Tierwohl, aber auch viel Arbeit bedeutet. Die Sauen dürfen sich mit der Geburt Zeit lassen, die sich so über mehrere Tage erstrecken kann. Der Nachteil ist, dass dann die Tiere für die Weitermast unterschiedlich groß sind. Aber damit weiß Familie Gundel-Exner mittlerweile umzugehen.